Drei kleine Schnecken mit spiraligen Gehäusen sitzen nebeneinander auf einem grossen grünen Blatt, im Hintergrund dichtes grünes Laub.

Wenn Alltag wieder Ruhe finden darf

Früher habe ich mir kaum Gedanken über Routinen oder Gewohnheiten gemacht. Mein Alltag war oft voll, aber gleichzeitig auch irgendwie strukturiert – Routinen ergaben sich einfach von selbst.

Während meiner Auszeit im 2025 war das plötzlich anders. Ich hatte keine festen Abläufe mehr, keinen Rhythmus, an dem ich mich orientieren konnte. Und genau da habe ich gemerkt, wie sehr mir Routinen eigentlich guttun – nicht, weil sie mich einengen, sondern weil sie mir Struktur und Halt geben.

In den letzten Monaten habe ich begonnen, Schritt für Schritt wieder bewusste Routinen in meinen Alltag zu integrieren. Nicht nur , um produktiver zu sein, sondern um mich besser zu fühlen.

Der erste Schritt: Hinterfragen, was mir wirklich guttut

Bevor ich neue Routinen eingeführt habe, habe ich mich gefragt:

  • Welche Gewohnheiten möchte ich (wieder) haben?
  • Welche möchte ich loslassen?

Mir wurde klar, dass sich über die Jahre viele unbewusste Routinen eingeschlichen haben – solche, die mir eigentlich gar nicht guttun.

Zum Beispiel:

  • Morgens als Erstes aufs Handy schauen
  • Während dem TV-Schauen ständig durch Social Media scrollen
  • Abends kurz vor dem Einschlafen noch Nachrichten lesen
  • Cola trinken, wenn ich müde bin
  • Schokolade essen, sobald der Stress steigt

Diese kleinen Gewohnheiten haben sich leise in meinen Alltag geschlichen – und genauso leise rauben sie Energie und Aufmerksamkeit.

Ich habe gemerkt: Es sind nicht immer die grossen Dinge, die uns aus dem Gleichgewicht bringen. Oft sind es die vielen kleinen, unbewussten Muster dazwischen.

Bewusst auswählen, was bleiben darf

Ich wollte Routinen, die mich stärken – nicht solche, die mich ablenken.
Also habe ich meine neuen Gewohnheiten in Bereiche unterteilt:

🌅 Morgenroutinen

Ganz ehrlich: Mein Morgen startet aktuell noch viel zu oft mit dem Handy in der Hand. Ich merke aber, wie sehr mir das den Tag schon früh „vollstopft“. Deshalb möchte ich nach und nach wieder etwas mehr Bewusstsein in meinen Start bringen.

Ein Glas Wasser, kurz das Fenster öffnen, tief durchatmen. Und statt gleich Instagram und Facebook zu checken, möchte ich mir wieder ein paar Minuten für mich nehmen – mit einer kleinen Yoga-Routine, um meinen Körper sanft zu wecken.

Ausserdem möchte ich mir wieder mehr Zeit für meine Gesichtspflege nehmen. Das ist etwas, das in den letzten Jahren oft zu kurz gekommen ist – dabei fühlt sich genau das wie ein kleiner Moment der Selbstfürsorge an.

🌙 Abendroutinen

Abends möchte ich mehr runterfahren und den Tag bewusst ausklingen lassen. In letzter Zeit habe ich gemerkt, dass meine Abende oft zu hektisch werden – deshalb beginne ich jetzt, die Abendrunde mit Nuo etwas früher zu machen. So bleibt danach mehr Ruhe, um wirklich anzukommen.

Das Handy lege ich etwa eine Stunde vor dem Schlafen beiseite. Stattdessen lese ich oder höre leise Musik – ganz nach Stimmung. Und ich möchte mir wieder Zeit nehmen, ein paar Zeilen in mein Dankbarkeitstagebuch zu schreiben. Ein kleiner Moment, der mir hilft, den Tag mit einem guten Gefühl abzuschliessen.

💪 Sportroutinen

Die Sportroutine ist für mich meist der Teil, der mir am leichtesten fällt – einfach, weil ich mich grundsätzlich gerne bewege. Bewegung gehört für mich irgendwie dazu, egal ob draussen oder zuhause.

Im Winter fällt es mir oft sogar leichter, dranzubleiben. Ich habe zuhause einen Crosstrainer, auf dem ich trainieren und gleichzeitig einen Film schauen kann – das macht es unkompliziert und gemütlich. Im Sommer bin ich dann lieber draussen unterwegs und mache mein Cardiotraining an der frischen Luft.

Mein Ziel ist, etwa drei Mal pro Woche ein Krafttraining mit dem TRX zu machen und zusätzlich zwei- bis dreimal pro Woche rund 60 Minuten Cardio einzubauen. Das klappt natürlich nicht immer perfekt – aber es tut mir gut, wenn Bewegung ein fester Teil meines Alltags bleibt.

🥗 Essensroutinen

Ich esse bewusster – nicht perfekt, aber achtsamer. Ich habe angefangen, mein Essen wieder mit Yazio zu tracken. Nicht nur, um Kalorien zu zählen, sondern um ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, was mir wirklich guttut. Es hilft mir, meinen Körper besser zu verstehen und kleine Entscheidungen im Alltag achtsamer zu treffen – ohne Verbote, sondern mit Klarheit.

Gleichzeitig ist das die Routine, die mir am schwersten fällt. Ich weiss aber aus Erfahrung, dass mir Meal Prep am besten hilft, dranzubleiben. Früher habe ich zwei- bis dreimal pro Woche gekocht und gleich mehrere Mahlzeiten vorbereitet – das hat vieles vereinfacht und mir geholfen, strukturierter zu essen. Daran möchte ich wieder anknüpfen.

Kleine Schritte statt grosser Veränderungen

Ich habe gelernt, dass Veränderung Zeit braucht – und dass es nachhaltiger ist, mit kleinen Schritten zu beginnen, statt alles auf einmal umzukrempeln.

Was sich verändert hat

Ich habe bewusst entschieden, nicht alles auf einmal zu verändern.
Echte Veränderung braucht Zeit – und manchmal auch ein bisschen Geduld mit sich selbst.

Ich habe mit kleinen Dingen begonnen. Meine Sportroutine klappt inzwischen richtig gut, sie ist fest in meinem Alltag verankert. Andere Routinen, wie der bewusste Umgang mit dem Handy am Morgen, sind noch im Prozess – und das ist völlig okay.

Ich habe gelesen, dass es rund 66 Wiederholungen braucht, bis eine Tätigkeit zur Routine wird. Das hilft mir, geduldig zu bleiben und mich nicht zu stressen, wenn es nicht sofort klappt. So entsteht kein Druck, sondern Freude daran, Schritt für Schritt neue Gewohnheiten aufzubauen.

Routinen sind kein Zwang – sie sind Selbstfürsorge

Routinen bedeuten nicht, das Leben zu kontrollieren.
Sie bedeuten, bewusst zu wählen, womit wir unsere Zeit füllen möchten.

Und manchmal reicht es, einen einzigen Moment am Tag zu verändern, um wieder mehr bei sich anzukommen.

„Routinen sind wie Wurzeln – sie geben Halt, damit wir wachsen können.“
unbekannt

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