Wenn die Tage kürzer werden und die Sonne fehlt
Ich gebe es zu: Der November und ich werden vermutlich keine besten Freunde mehr.
Es gibt Menschen, die lieben den Herbst. Die freuen sich auf die kürzeren Tage, gemütliche Abende auf dem Sofa und darauf, dass draussen langsam Ruhe einkehrt. Und grundsätzlich kann ich das sogar verstehen. Ich mag den Herbst nämlich auch. Besonders dann, wenn die Blätter bunt werden, die Sonne scheint und die Natur noch einmal ihre schönsten Farben zeigt.
Aber dann kommt der November. Die bunten Blätter sind grösstenteils verschwunden, die Bäume werden kahl und die Tage immer kürzer. Oft ist es grau, neblig und die Sonne lässt sich manchmal tagelang nicht blicken. Und genau damit habe ich Mühe.
Ich merke jedes Jahr aufs Neue, wie sehr mir das Tageslicht und besonders die Sonne fehlen. Meine Stimmung verändert sich. Ich bin schneller müde, manchmal antriebsloser und auch meine Gedanken werden gelegentlich etwas schwerer. Natürlich ist nicht jeder Novembertag schlecht. Aber ich merke einfach, dass mir diese Jahreszeit weniger guttut als andere Monate.
Warum der November für mich ein schwieriger Monat ist
Es ist aber nicht nur das fehlende Sonnenlicht, das den November für mich schwierig macht.
In meinem Leben sind im November einige Dinge passiert, die nicht schön waren und die mir bis heute in Erinnerung geblieben sind. Es sind Erlebnisse, die ich mit diesem Monat verbinde. Und manchmal kommen diese Erinnerungen wieder hoch, auch wenn sie schon länger zurückliegen. Ich möchte hier gar nicht näher darauf eingehen. Nicht jede Erinnerung muss man öffentlich teilen. Aber ich glaube, dass solche Erfahrungen durchaus einen Einfluss darauf haben können, wie wir bestimmte Zeiten im Jahr wahrnehmen.
Natürlich gab es auch wunderschöne Novembermomente. Einer davon war der 25. November, der Geburtstag von Shila. Mit ihr ging damals ein riesiger Traum von mir in Erfüllung. Ich hatte mir schon so lange einen eigenen Hund gewünscht. Und plötzlich war sie da. Meine Shila, die mich über viele Jahre begleitet und mein Leben unglaublich bereichert hat.
Wenn ich an sie denke, dann ist der November natürlich auch mit einer wunderschönen Erinnerung verbunden. Und trotzdem bleibt er für mich insgesamt ein Monat, mit dem ich mich jedes Jahr ein bisschen schwertue.
Vielleicht muss man auch gar nicht jeden Monat mögen.
Novemberblues – wenn die Stimmung mit dem Wetter sinkt
Bestimmt kennst du den Begriff Novemberblues. Damit wird häufig dieses Stimmungstief beschrieben, das manche Menschen während der dunkleren Jahreszeit erleben.
Die Tage werden kürzer, wir bekommen weniger Tageslicht ab und verbringen häufig mehr Zeit drinnen. Das kann sich durchaus auf unsere Stimmung, unseren Schlaf und unser Energielevel auswirken. Tageslicht spielt nämlich eine wichtige Rolle für unseren Schlaf-Wach-Rhythmus. Wenn wir weniger davon abbekommen, kann das unter anderem dazu beitragen, dass wir uns müder und weniger energiegeladen fühlen.
Natürlich reagiert nicht jeder Mensch gleich darauf. Es gibt Menschen, die blühen im Herbst und Winter regelrecht auf. Andere wiederum merken deutlich, dass ihnen die Sonne fehlt. Ich gehöre definitiv zur zweiten Gruppe.
Und nein, ich glaube nicht, dass man sich einfach nur zusammenreissen muss oder dass ein bisschen positives Denken ausreicht, damit diese Gefühle verschwinden. Manchmal ist die Stimmung einfach nicht so gut. Und das darf meiner Meinung nach auch sein.
Wichtig finde ich allerdings, dass man solche Veränderungen ernst nimmt. Denn zwischen einem vorübergehenden Stimmungstief und einer saisonalen Depression gibt es Unterschiede. Wenn die gedrückte Stimmung länger anhält, den Alltag stark beeinträchtigt oder man kaum noch Freude an Dingen empfindet, die einem normalerweise guttun, sollte man sich Unterstützung holen.
Nicht alles lässt sich mit einem Spaziergang oder ein paar Kerzen lösen.
Ich brauche Licht – und zwar nicht nur draussen
Was ich am November allerdings wirklich mag, sind die Lichterketten. Ja, richtig gelesen. Es gibt tatsächlich etwas, worauf ich mich im November freue. 😉
Bei mir werden die Lichterketten deshalb meistens schon Anfang November montiert. Nicht, weil ich unbedingt möglichst früh Weihnachten feiern möchte. Sondern weil ich dieses warme, gemütliche Licht unglaublich gerne mag. Besonders warmweisses Licht. Ich mag es, wenn draussen langsam die Dunkelheit kommt und drinnen die kleinen Lichter leuchten. Das macht mein Zuhause für mich gleich viel gemütlicher. Auch Kerzen gehören für mich dazu.
Natürlich ersetzt eine Lichterkette kein Tageslicht. Aber sie sorgt dafür, dass ich mich zu Hause wohler fühle. Und gerade in einem Monat, der mir nicht besonders liegt, finde ich solche Kleinigkeiten wichtig.
Ich besitze übrigens auch eine Tageslichtlampe, die gerade im November wieder häufiger zum Einsatz kommt. Und ich muss sagen, dass sie mir persönlich wirklich hilft. Natürlich kann auch sie die Sonne nicht vollständig ersetzen, aber ich merke, dass mir das zusätzliche helle Licht guttut. Gerade an Tagen, an denen es draussen kaum richtig hell wird, bin ich froh, dass ich diese Möglichkeit habe.
Dabei ist eine Tageslichtlampe natürlich etwas anderes als meine geliebten Lichterketten. Während die Lichterketten für Gemütlichkeit sorgen, nutze ich die Tageslichtlampe ganz bewusst, um dem fehlenden Tageslicht etwas entgegenzuwirken. Ich muss den November schliesslich nicht noch grauer machen, als er ohnehin schon ist.
Rausgehen, auch wenn das Wetter nicht einladend ist
Was mir ebenfalls hilft, ist Bewegung an der frischen Luft. Und da habe ich natürlich einen kleinen Vorteil: Nuo.
Mit einem Hund kommt man gar nicht erst gross auf die Idee, den ganzen Tag drinnen zu bleiben. Schliesslich muss der kleine Mann raus. Egal, ob die Sonne scheint, es regnet oder der Nebel über den Feldern hängt. Und auch wenn ich manchmal wenig Lust habe, bin ich hinterher meistens froh, dass ich draussen war.
Ich merke immer wieder, wie gut mir Bewegung und die Natur tun. Natürlich wäre es mir lieber, wenn die Sonne scheinen würde. Aber auch an einem grauen Tag kann ein Spaziergang helfen, den Kopf etwas freizubekommen.
Was ich dabei auch gerne mache, ist, ganz bewusst auf die kleinen Dinge am Wegrand zu achten. Gerade im Herbst und Winter gibt es nämlich unglaublich viel Schönes zu entdecken, wenn man etwas genauer hinschaut. Ein Spinnennetz, das mit unzähligen kleinen Tautropfen übersät ist. Ein einzelnes buntes Blatt auf dem Boden. Wassertropfen, die an den Ästen hängen, oder die besondere Stimmung, wenn der Nebel zwischen den Bäumen liegt.
Es sind oft genau diese kleinen Dinge, an denen wir im Alltag einfach vorbeilaufen, ohne sie wirklich wahrzunehmen. Dabei braucht es manchmal gar nicht viel, um einen schönen Moment zu erleben. Ich nehme mir deshalb gerne bewusst die Zeit, stehen zu bleiben und genauer hinzuschauen. Und natürlich darf dabei auch meine Iphone Kamera nicht fehlen. 😉
Ich finde, dass man gerade an grauen Tagen lernen kann, die Schönheit der Natur etwas anders wahrzunehmen. Nicht immer braucht es einen strahlend blauen Himmel oder eine spektakuläre Aussicht. Manchmal reicht tatsächlich ein kleines Spinnennetz am Wegrand.
Und manchmal hat sogar der Nebel etwas Schönes. Besonders dann, wenn man es schafft, über die Nebelgrenze zu kommen und plötzlich in der Sonne steht. Ich glaube, wer im Schweizer Mittelland wohnt, weiss ganz genau, was ich meine. Während unten alles grau ist, scheint ein paar Höhenmeter weiter oben die Sonne. Und manchmal reicht genau das schon aus, damit meine Stimmung wieder etwas besser wird.
Deshalb versuche ich gerade im November, solche Gelegenheiten zu nutzen. Nicht immer gelingt mir das. Und manchmal habe ich schlicht keine Lust, irgendwohin zu fahren. Aber ich weiss, dass es mir meistens guttut.
Gemütliche Stunden zu Hause dürfen auch sein
So gerne ich draussen unterwegs bin, so sehr geniesse ich manchmal auch die gemütlichen Stunden zu Hause. Gerade im November, wenn es draussen früh dunkel wird und das Wetter nicht besonders einladend ist.
Dann gibt es für mich kaum etwas Schöneres, als mich auf dem Sofa einzukuscheln, die Lichterketten einzuschalten und einen schönen Weihnachtsfilm zu schauen. Ja, ich liebe Weihnachtsfilme! Und nein, dafür muss ich nicht bis Dezember warten. 😉
Ich mag diese oft etwas kitschigen Geschichten, bei denen man meistens schon nach zehn Minuten weiss, wie sie ausgehen werden. Aber genau das gehört für mich irgendwie dazu. Manchmal brauche ich einfach einen Film, bei dem ich nicht gross nachdenken muss und der mir ein gutes Gefühl gibt.
Oder ich schnappe mir ein gutes Buch und mache es mir auf dem Sofa gemütlich. Auch das sind für mich kleine Auszeiten, die ich gerade in der dunkleren Jahreszeit besonders geniesse.
Ich finde, es muss nicht immer ein grosses Abenteuer sein. Auch ein ruhiger Abend zu Hause kann wunderschön sein. Und vielleicht ist genau das etwas, das ich am November tatsächlich schätze: dass ich mir solche gemütlichen Momente etwas bewusster gönne.
Ich muss den November nicht schönreden
Was ich inzwischen gelernt habe: Ich muss nicht versuchen, aus allem etwas Positives zu machen. Natürlich kann ich mir sagen, dass der November eine wunderbare Gelegenheit ist, zur Ruhe zu kommen. Dass ich die dunklen Abende geniessen und mich mehr auf mich selbst konzentrieren soll.
Nur ganz ehrlich? Ich kann auch im Juni zur Ruhe kommen. Dafür brauche ich keinen grauen Novembertag. 😉
Und ich finde, man darf auch einfach sagen, dass man eine bestimmte Jahreszeit nicht besonders mag. Ohne gleich nach einem tieferen Sinn darin suchen zu müssen.
Das bedeutet ja nicht, dass ich den ganzen November schlecht gelaunt herumlaufe oder mich zu Hause verkrieche. Ich versuche vielmehr, mir den Monat so angenehm wie möglich zu gestalten. Und dazu gehören für mich eben auch Dinge, die vielleicht nicht besonders spektakulär sind.
Ein gemütlicher Abend zu Hause. Ein warmes Bad. Ein schöner Film. Ein Spaziergang mit Nuo. Ein Ausflug an die Sonne. Oder einfach einmal nichts vorhaben.
Gerade in einer Zeit, in der man ständig das Gefühl vermittelt bekommt, etwas erleben, unternehmen oder erreichen zu müssen, finde ich es wichtig, auch einmal einen Gang zurückzuschalten. Allerdings nicht, weil der November mich dazu auffordert. Sondern weil ich merke, dass es mir guttut.
Was mir persönlich gegen den Novemberblues hilft
Ein Patentrezept gegen den Novemberblues habe ich leider nicht. Sonst würde ich es vermutlich jedes Jahr selber anwenden. 😉
Aber es gibt ein paar Dinge, die mir helfen, besser durch diese Wochen zu kommen.
Tageslicht nutzen: Auch wenn die Sonne nicht scheint, versuche ich möglichst regelmässig nach draussen zu gehen. Draussen ist es tagsüber in der Regel deutlich heller als in Innenräumen. Gerade wenn man viel im Büro arbeitet, finde ich es wichtig, die wenigen hellen Stunden bewusst zu nutzen.
Meine Tageslichtlampe: Gerade im November kommt sie bei mir wieder häufiger zum Einsatz. Ich empfinde sie als sehr hilfreich und bin froh, dass ich sie habe. Wer sich ebenfalls eine anschaffen möchte, sollte darauf achten, dass es sich um eine geeignete Tageslichtlampe handelt und sich über die richtige Anwendung informieren.
Bewegung und frische Luft: Ich merke immer wieder, wie positiv sich Bewegung auf meine Stimmung auswirken kann. Dabei muss es nicht jedes Mal eine grosse Wanderung sein. Manchmal reicht auch ein Spaziergang mit Nuo.
Die kleinen Dinge wahrnehmen: Ich versuche bewusst, die schönen Kleinigkeiten in der Natur zu entdecken. Ein Spinnennetz voller Tautropfen, ein besonders schönes Blatt oder die Stimmung im Nebel. Manchmal lohnt es sich, einfach kurz stehen zu bleiben und genauer hinzuschauen.
Mein Zuhause gemütlich machen: Lichterketten, Kerzen und warmweisses Licht gehören für mich im November einfach dazu. Und natürlich auch gemütliche Abende auf dem Sofa mit einem Weihnachtsfilm oder einem guten Buch.
Bewusst schöne Momente einplanen: Gerade weil der November nicht mein Lieblingsmonat ist, finde ich es wichtig, mich auf etwas freuen zu können. Das kann ein Ausflug sein, ein Treffen mit einem lieben Menschen oder auch einfach ein gemütlicher Abend zu Hause.
Nicht zu streng mit mir sein: Es gibt Tage, an denen ich weniger Energie habe oder meine Stimmung nicht besonders gut ist. Früher hätte ich mich darüber vielleicht mehr geärgert. Heute versuche ich, solche Tage zu akzeptieren, ohne gleich ein schlechtes Gewissen zu haben.
Ab und zu dem Nebel entfliehen: Wenn es zeitlich möglich ist, fahre ich gerne dorthin, wo die Sonne scheint. Gerade hier in der Schweiz haben wir manchmal das Glück, dass oberhalb der Nebelgrenze wunderschönes Wetter herrscht. Und ein paar Stunden Sonne können für mich einen grossen Unterschied machen.
Und irgendwann kommt der Dezember
Auch wenn ich den November nicht besonders mag, weiss ich natürlich, dass er vorbeigeht. Und irgendwie finde ich das einen schönen Gedanken.
Nicht jede Phase im Leben ist gleich angenehm. Nicht jede Jahreszeit gefällt uns gleich gut. Und manchmal gibt es einfach Wochen, durch die wir etwas weniger leicht gehen als durch andere.
Ich versuche deshalb gar nicht mehr, den November unbedingt lieben zu lernen. Ich möchte ihn einfach möglichst gut verbringen. Mit Spaziergängen, kleinen Auszeiten, schönen Erinnerungen, gemütlichen Weihnachtsfilmen und ganz vielen warmweissen Lichterketten. Und vielleicht auch mit der einen oder anderen Flucht über die Nebelgrenze.
Denn auch wenn ich den November nicht mag, möchte ich nicht einen ganzen Monat meines Lebens damit verbringen, nur darauf zu warten, dass er endlich vorbei ist.
Und jetzt würde mich interessieren: Wie geht es dir mit dem November?
Magst du diese ruhige, dunklere Jahreszeit oder gehörst du wie ich zu den Menschen, denen die Sonne und das Tageslicht fehlen? Vielleicht hast du ja auch einen Tipp gegen den Novemberblues, den du gerne mit mir und den anderen Leserinnen und Lesern teilen möchtest.
Ich freue mich auf deinen Kommentar.




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