Die Areuse-Schlucht ist eine wunderschöne Wanderung und definitiv einen Besuch wert. Bereits vor einigen Jahren war ich hier unterwegs – damals allerdings noch mitten im Winter. Schnee, Eis und eine ganz andere Stimmung prägten die Wanderung. Schon lange wollte ich die Areuse-Schlucht deshalb auch einmal im Frühling erleben, wenn die Natur in sattem Grün erstrahlt und das Wasser besonders schön leuchtet.
Damit wir dieses Mal nicht auf den letzten Zug angewiesen sind, haben wir unser Auto in Boudry parkiert und sind von dort mit dem Zug nach Noiraigue gefahren. Die Anreise ist unkompliziert, auch wenn man einmal umsteigen muss. Für mich ist diese Variante ideal, denn so endet die Wanderung direkt beim Auto.
Der erste Abschnitt führt noch ausserhalb der eigentlichen Schlucht. Hier wandert man in der Sonne entlang der Areuse. Ehrlich gesagt hatte ich gehofft, dass es bereits etwas schattiger sein würde – gerade an warmen Tagen. Zum Glück dauert dieser Abschnitt nicht allzu lange.
Nach rund 1,5 Kilometern erreichen wir bereits das erste Highlight der Wanderung: die Pont de la Baleine. Die historische Steinbrücke überspannt die Areuse an einer besonders schönen Stelle und gehört zu den bekanntesten Fotomotiven der Schlucht. Ihren ungewöhnlichen Namen – übersetzt «Walbrücke» – verdankt sie der Form des Felsens beziehungsweise der Brücke, die mit etwas Fantasie an einen Wal erinnert. Gerade im Frühling, wenn das Wasser türkis schimmert und die umliegenden Wälder in frischem Grün leuchten, ist dieser Ort besonders beeindruckend.
Von hier aus folgen wir der Areuse weiter flussabwärts. In diesem Abschnitt fliesst der Fluss noch ruhig und breit dahin. Immer wieder laden kleine Uferstellen dazu ein, die Füsse ins kalte Wasser zu halten – eine willkommene Abkühlung an warmen Tagen.
Ein weiterer schöner Zwischenhalt ist das Maison de la Nature Neuchâteloise. Dort befindet sich ein kleines Café mit viel Charme. Wir gönnen uns ein feines Glace und geniessen die entspannte Atmosphäre. Ich kann einen Halt hier sehr empfehlen. Gerade dieser Ort strahlt eine unglaubliche Ruhe aus und passt perfekt zur Wanderung. Weiter unten im Beitrag findest du übrigens auch ein passendes Video dazu.
Anschliessend wird die Schlucht zunehmend spektakulärer. Die Areuse zwängt sich nun zwischen hohe Felswände, das Wasser rauscht deutlich wilder durch die Schlucht und der Weg verläuft immer wieder über Brücken, Stege und direkt am Felsen entlang. Gleichzeitig wird es angenehm kühl und schattig – genau so, wie ich mir die Wanderung vorgestellt hatte.
Persönlich gefällt mir dieser Abschnitt sogar noch besser als der obere Teil. Die Landschaft wirkt ursprünglicher, wilder und abwechslungsreicher. Hinter jeder Kurve wartet bereits das nächste kleine Highlight.
Allerdings habe ich mich etwas mit der Distanz verschätzt. Gegen Ende der Wanderung wurde langsam klar, dass doch noch einige Kilometer vor uns liegen. Zu allem Überfluss war inzwischen auch noch der Akku meines Handys leer. Zum Glück durfte ich kurzerhand auf das Handy meiner Mama ausweichen und trotzdem noch einige Erinnerungsfotos machen.
Am Ende der eigentlichen Schlucht wartet allerdings noch ein kleiner Wermutstropfen. Bis zum Bahnhof Boudry ist es noch rund ein Kilometer. Dieser Abschnitt führt grösstenteils in der prallen Sonne und beinhaltet zudem noch einen knackigen Anstieg. Gerade an heissen Sommertagen fand ich diesen Schluss etwas streng.
Mit Nuo würde ich beim nächsten Mal das Auto allerdings nicht beim Bahnhof Boudry, sondern direkt beim Parkplatz am Ende der Schlucht parkieren. So könnten wir den zusätzlichen Fussweg und den sonnigen Schlussanstieg zum Bahnhof vermeiden.
Mein persönlicher Eindruck
Die Wanderung durch die Areuse-Schlucht bietet eine wunderschöne Mischung aus ruhigen Flussabschnitten, wilden Felslandschaften, historischen Brücken und angenehm kühlen Waldpassagen. Besonders der untere Teil der Schlucht hat mir mit seinen spektakulären Felsformationen und dem rauschenden Wasser sehr gefallen. Wer abwechslungsreiche Wanderungen entlang eines Flusses liebt und im Sommer eine Tour mit vielen schattigen Abschnitten sucht, wird hier bestimmt auf seine Kosten kommen. Für mich war es definitiv nicht der letzte Besuch in der Areuse-Schlucht.
Fakten zur Wanderung
📏 Distanz: 15,6 km
⬆️ Aufstieg: 150 Höhenmeter
⬇️ Abstieg: 370 Höhenmeter
⏱️ Wanderzeit: ca. 4–4,5 Stunden (ohne Pausen)
🥾 Schwierigkeit: Leichte bis mittelschwere Wanderung
Hundetauglichkeit 🐶
🐾 In der eigentlichen Schlucht ist der Weg grösstenteils angenehm schattig und auch an warmen Tagen schön kühl.
💧 Die Areuse bietet unterwegs immer wieder Möglichkeiten zum Trinken und Abkühlen.
🪨 Einige kurze Felsentreppen sind vorhanden, für die meisten Hunde jedoch problemlos machbar.
🌉 Mehrere Brücken verfügen über einen Gitterboden. Unsicherere Hunde benötigen hier eventuell etwas Unterstützung.
☀️ Der erste Abschnitt sowie der Weg vom Ende der Schlucht bis zum Bahnhof verlaufen teilweise in der Sonne. Gerade an heissen Tagen empfiehlt sich deshalb ein früher Start.












































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