Blitz und Glitz beobachten mit Nori und Elio eine Sternschnuppennacht auf der Waldlichtung.

Der Sommer hatte den Wald in ein tiefes, sattes Grün verwandelt. Die Tage waren lang und warm, und selbst als die Sonne langsam hinter den Hügeln verschwand, blieb die Luft angenehm mild.

Auf der kleinen Waldlichtung zirpten die Grillen ihr Abendlied, während sich der Himmel langsam dunkelblau färbte.

Blitz blickte nach oben.

„Schau mal, Glitz! Heute funkeln die Sterne viel heller als sonst.“

Glitz lächelte.

„Vielleicht erwartet uns heute etwas Besonderes.“

Gerade in diesem Moment hörten sie ein leises Summen zwischen den Gräsern.

Ein winziges Licht tanzte durch die Abendluft und landete schliesslich auf einem Farnblatt.

„Hallo!“, sagte das kleine Wesen fröhlich.

Es war Elio, das Glühwürmchen. Sein Hinterleib leuchtete wie eine kleine Laterne und zeigte jedem den Weg durch die Dunkelheit.

„Hallo Elio!“, rief Blitz. „Du leuchtest heute ja besonders hell.“

Elio nickte stolz.

„Heute Nacht ist Sternschnuppennacht. Da möchten viele Tiere den Himmel beobachten. Ich helfe ihnen, den Weg zur Lichtung zu finden.“

„Sternschnuppen?“, fragte Blitz begeistert. „Dann darf man sich doch etwas wünschen!“

Elio schmunzelte.

„Viele glauben das. Aber weisst du, was ich mir wünsche?“

Blitz schüttelte den Kopf.

„Dass alle den Mut haben, ihre Träume nicht nur dem Himmel zu erzählen, sondern auch selbst etwas dafür zu tun.“

Glitz nickte nachdenklich.

„Ein Wunsch ist wie ein kleiner Samen.“

„Genau“, sagte Elio. „Er wächst nur, wenn man ihn pflegt.“

Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zur höchsten Stelle der Waldlichtung. Dort war der Himmel besonders weit, und kein Baum verdeckte den Blick auf die Sterne.

Schon wartete dort Nori, der kleine Fuchs. Er hatte sich gemütlich ins weiche Moos gelegt und beobachtete den Himmel.

„Ihr seid genau richtig“, sagte er leise.

Die vier setzten sich nebeneinander.

Niemand sprach.

Der Wald war still geworden.

Man hörte nur das Rascheln der Blätter und das leise Zirpen der Grillen.

Plötzlich zog ein heller Lichtstreifen über den Himmel.

„Eine Sternschnuppe!“, flüsterte Blitz.

Dann noch eine.

Und noch eine.

Der Himmel schien für einen kurzen Moment zu tanzen.

Blitz schloss sofort die Augen.

„Ich habe mir etwas gewünscht.“

„Ich auch“, sagte Nori.

Glitz lächelte.

„Ich nicht.“

Blitz schaute überrascht zu ihr.

„Warum denn nicht?“

Glitz blickte hinauf zu den funkelnden Sternen.

„Weil ich heute gemerkt habe, dass manche Wünsche schon erfüllt sind.“

Blitz runzelte die Stirn.

„Welche denn?“

Glitz zeigte auf ihre Freunde.

„Ich wünsche mir oft Zeit mit den Menschen und Tieren, die ich lieb habe. Und genau das habe ich heute.“

Blitz sah sich um.

Die warme Sommernacht.

Die funkelnden Sterne.

Elio, der leuchtend durch die Luft schwebte.

Nori, der zufrieden neben ihnen sass.

Und die friedliche Waldlichtung.

Langsam musste er lächeln.

„Vielleicht habe ich heute sogar zwei Wünsche.“

„Welchen zweiten?“, fragte Nori neugierig.

Blitz grinste.

„Dass ich nie vergesse, wie schön so ein Abend sein kann.“

Elio stieg langsam in die Luft und zog mit seinem kleinen Licht einen goldenen Bogen durch die Nacht.

„Manchmal“, sagte er leise, „erfüllen sich Wünsche nicht am Himmel.“

Er blickte zu seinen Freunden hinunter.

„Manchmal sitzen sie einfach schon neben uns.“

Die vier blieben noch lange auf der Waldlichtung sitzen und beobachteten die Sternschnuppen, bis der Himmel langsam wieder ganz ruhig wurde.

Und seit dieser Sommernacht schauen Blitz und Glitz bei jeder Sternschnuppennacht zuerst zu den Menschen und Tieren neben sich, bevor sie sich etwas wünschen.

Denn sie wissen nun:

Die schönsten Wünsche sind oft die, die wir bereits leben – wir müssen nur einen Moment innehalten, um sie zu erkennen.

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