Blick auf den Seefeldsee aus der Höhe bei der Wanderung zum Mittelpunkt der Schweiz

Manche Wanderungen entstehen aus einer spontanen Idee. Die Wanderung zum Mittelpunkt der Schweiz war genau so eine. Ich hatte Lust, neue Menschen kennenzulernen und gemeinsam unterwegs zu sein – ohne grosse Erwartungen, einfach draussen in der Natur. Also habe ich die Tour kurzfristig auf Spontacts ausgeschrieben.

Dass sich dann deutlich mehr Menschen anmeldeten, als ich gedacht hatte, hat mich überrascht – und gleichzeitig sehr gefreut. Aus einer losen Idee wurde plötzlich eine kleine Gruppe, die sich auf den Weg zur Älggialp machte, um gemeinsam zum Mittelpunkt der Schweiz zu wandern.

Der Mittelpunkt der Schweiz gehört zu jenen Orten, die neugierig machen, obwohl sie auf den ersten Blick unscheinbar wirken. Viele Wandernde besuchen diesen Punkt auf der Älggialp in Obwalden nicht wegen spektakulärer Gipfel, sondern wegen seiner symbolischen Bedeutung – und wegen der abwechslungsreichen Wanderung dorthin.

Die Wanderung bis zum Mittelpunkt der Schweiz auf der Älggialp ist unkompliziert und gut machbar. Richtig spannend wird es erst danach: Ab dem Seefeldsee verändert sich der Charakter der Tour deutlich. Der Weg wird steiler und alpiner und führt weiter hinauf bis zum Abgschütz – ein Abschnitt, der Trittsicherheit verlangt und deutlich mehr fordert, als man zu Beginn vermuten würde.

Ein kurzer Halt am Mittelpunkt der Schweiz

Gleich zu Beginn machten wir einen Abstecher zum Mittelpunkt der Schweiz, der auf der Älggialp durch einen Triangulationspunkt markiert ist. Dabei ist wichtig zu wissen: Der Mittelpunkt der Schweiz ist nicht eindeutig definiert.

Der Punkt auf der Älggialp gilt als geografischer Mittelpunkt der Schweiz, berechnet anhand der Landesfläche. Andere Berechnungsarten – etwa der bevölkerungsgewichtete Mittelpunkt – würden an einem anderen Ort liegen. Gerade diese unterschiedlichen Auffassungen machen den Platz für viele besonders spannend: Er steht weniger für eine absolute Wahrheit, sondern vielmehr für Orientierung und Einordnung.

Natürlich wurde hier kurz innegehalten, fotografiert und der Ort auf sich wirken gelassen, bevor es weiterging.

Wanderung von der Älggialp zum Seefeldsee

Der Weg von der Älggialp zum Seefeldsee ist angenehm zu gehen. Breite, gut ausgebaute Wanderwege und nur geringe Steigung machen diesen Abschnitt ideal zum Einlaufen. Die Landschaft öffnet sich zunehmend, und der Seefeldsee lädt zu einer ersten Pause ein.

Bis hierhin wirkt die Wanderung eher gemütlich – ein Eindruck, der sich bald ändern sollte.

Anspruchsvoller Anstieg Richtung Abgschütz

Nach dem Seefeldsee verändert sich der Charakter der Tour deutlich. Der Weg wird steiler, und spätestens hier zeigt sich, dass diese Wanderung zum Mittelpunkt der Schweiz mehr ist als ein einfacher Spaziergang.

Der erste längere Anstieg fordert Kondition, danach folgt der letzte Abschnitt hinauf zum Abgschütz. Dieser ist teilweise mit Seilen gesichert und verlangt Trittsicherheit. Obwohl der Weg offiziell rot-weiss markiert ist, fühlt er sich stellenweise bereits sehr alpin an. Gutes Schuhwerk ist hier zwingend notwendig.

Nach rund dreieinhalb Stunden erreichten auch die letzten den Gipfel. Oben wurden wir mit einer eindrücklichen Aussicht belohnt – auf den Seefeldsee, der von oben mit etwas Fantasie herzförmig wirkt, und auf die umliegende Bergwelt.

Zeit für eine längere Pause, Gespräche und einfaches Geniessen.

Rückweg und Gedanken zum Wandertag

Der Abstieg führte zurück zum Seefeldsee, wo sich einige noch eine kurze Abkühlung gönnten. Danach ging es entspannt zurück zur Älggialp.

Was mir besonders gefallen hat: Die Gruppe hat sich ganz natürlich aufgeteilt, ohne Druck, ohne Stress. Jede Person durfte in ihrem eigenen Rhythmus unterwegs sein – und genau so sollten Bergtage für mich sein.

Ein Tag, der zeigt, dass bekannte Orte auch Jahre später noch neue Perspektiven bieten können. Und dass es manchmal genau diese spontanen Entscheidungen sind, die am längsten nachwirken.

Tipp: Alternative für weniger geübte Wandernde

Wer nicht trittsicher ist oder sich in ausgesetzten Passagen unwohl fühlt, kann die Wanderung problemlos bis zum Seefeldsee machen und dort umkehren. Dieser Abschnitt ist gut ausgebaut, technisch einfach und landschaftlich bereits sehr lohnend. So lässt sich der Wandertag auch ohne den alpinen Schlussanstieg entspannt geniessen.

Fakten zur Wanderung

📏 Distanz: 9 km (Hin- und Rückweg)
⬆️ Aufstieg: ca. 570 Höhenmeter
⬇️ Abstieg: ca. 570 Höhenmeter
🥾 Schwierigkeit: mittel – stellenweise steil, Trittsicherheit erforderlich
🌸 Saison: Juni bis Oktober (je nach Schneelage)
Highlight: Geografischer Mittelpunkt der Schweiz auf der Älggialp & Aussicht vom Abgschütz

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One response

  1. Die Schweiz ist einfach wunderschön. Gerade am Seefeldsee waren wir des öfteren angeln. Kostet gerade einmal 30 Franken und man hat die Möglichkeit eine richtige schöne Umgebung zu begutachten. Allerdings muss ich ehrlich sagen, dass ich dort nicht unbedingt den Aufstieg bezwingen möchte, wenn ich nicht fit bin. Deswegen wundert mich ebenfalls die Aussage, dass es sehr anfängerfreundlich sein soll…

    Beste Grüße
    Marcel von Outdoor-Passion

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