Ich bin oft und gerne im Berner Oberland unterwegs, viele Wanderungen starten in Thun. Diese Strecke bin ich unzählige Male mit dem Auto gefahren. Irgendwann wollte ich das ändern und den Weg bewusst einmal zu Fuss zurücklegen.
Gleichzeitig war diese Wanderung für mich ein gutes Training im Hinblick auf eine geplante Fernwanderung. Eine längere Distanz, viele Stunden unterwegs sein und einfach schauen, wie sich mein Körper dabei anfühlt.
Die Route: Ueberstorf – Albligen – Grasburg – Schwarzenburg – Riggisberg – Thun
Die Wanderung startet in Ueberstorf und führt zunächst durch ruhige, ländliche Gebiete Richtung Albligen. Schon hier zeigt sich der Charakter der Tour: viel Weite, wenig touristischer Trubel und ein angenehmer Einstieg ohne grosse technische Schwierigkeiten.
Ein erstes Highlight ist die Ruine Grasburg – eine der bedeutendsten Burgruinen im Kanton Bern. Sie liegt eindrücklich über der Sense und bietet nicht nur geschichtlichen Kontext, sondern auch eine schöne Gelegenheit für eine kurze Pause.
Von dort geht es weiter nach Schwarzenburg und später Richtung Riggisberg. Die Strecke verläuft grösstenteils durch das Gürbetal, eine eher unterschätzte Region, die landschaftlich viel zu bieten hat: sanfte Hügel, weite Felder und immer wieder schöne Ausblicke Richtung Alpen.
Der letzte Abschnitt Richtung Thun wird zunehmend urbaner. Teilweise führt der Weg hier entlang von Strassen – ein Punkt, den man bei der Planung berücksichtigen sollte.
Was diese Wanderung besonders macht
Diese Wanderung lebt nicht von spektakulären Einzelhighlights, sondern vom Unterwegssein selbst. Über viele Stunden hinweg verändert sich die Landschaft immer wieder leise – von kleinen Dörfern zu offenen Feldern, von ruhigen Waldabschnitten zu weiten Blicken Richtung Alpen.
Gerade weil die Route nicht zu den klassischen Wanderzielen gehört, ist es oft angenehm ruhig. Man hat Zeit, seinen eigenen Rhythmus zu finden, Gedanken ziehen zu lassen und einfach Schritt für Schritt vorwärtszugehen. Es ist eine Strecke, die weniger von einzelnen Aussichtspunkten lebt, sondern davon, wie sich der Weg insgesamt anfühlt.
Planung & wichtige Hinweise
Distanz & Kondition
Mit über 30 km gehört diese Wanderung klar zu den längeren Touren. Eine gute Grundkondition ist Voraussetzung.
Navigation
Die Strecke ist nicht durchgehend als klassische Wanderroute ausgeschildert. Eine gute Planung (z. B. mit SchweizMobil oder GPS) ist empfehlenswert.
Streckenführung
Ein Teil der Route – besonders gegen Ende – verläuft entlang von Strassen. Wer das vermeiden möchte, sollte alternative Wegführungen prüfen.
Abkürzungen möglich
Ein grosser Vorteil: Die Strecke ist gut an den öffentlichen Verkehr angebunden. Orte wie Schwarzenburg, Riggisberg oder Seftigen bieten jederzeit die Möglichkeit, die Tour zu verkürzen.
Eine unterschätzte Weitwanderung im Kanton Bern
Die Wanderung von Ueberstorf nach Thun ist keine spektakuläre Postkartenroute – aber genau darin liegt ihr Wert.
Sie zeigt eine ruhigere, ursprüngliche Seite der Region. Eine Strecke, die man nicht einfach „mitnimmt“, sondern wirklich erlebt.
Für mich war es vor allem die Erkenntnis, wie viel zwischen zwei Orten liegt, die man sonst einfach verbindet.
Fakten zur Wanderung
📏 Distanz: ca. 33 km
⬆️ Aufstieg: ca. 700–900 hm
⬇️ Abstieg: ca. 700–900 hm
🥾 Schwierigkeit: mittel (aufgrund der Länge)
🌸 Saison: Frühling bis Herbst
🐾 Hundetauglich: gut geeignet (Details unten)
✨ Highlight: Ruine Grasburg & weite Landschaften im Gürbetal
🐾 Hundetauglichkeit
Wegbeschaffenheit: grösstenteils gut begehbare Wege, teilweise Asphaltabschnitte, gegen Ende mehr Strassenanteil
Wasserzugang: vereinzelt vorhanden, jedoch nicht durchgehend – Wasser für den Hund mitnehmen
Schatten: je nach Abschnitt wenig Schatten, besonders im offenen Gürbetal
Gefahren/Sicherheit: Strassenabschnitte und teilweise Verkehr – erhöhte Aufmerksamkeit nötig
Leinenpflicht/Freilauf: in landwirtschaftlichen Gebieten und bei Strassen Leine empfohlen
Anstrengung für Hunde: hoch aufgrund der Distanz
Gesamtbewertung: 🐾🐾🐾🐾 (3.5/5)




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