Abnehmen hat für mich nichts mehr mit Disziplin im klassischen Sinn zu tun. Es ist nicht mehr dieses tägliche „Ich muss mich zusammenreissen“, sondern vielmehr ein ruhiger Prozess geworden, der von Routinen getragen wird.
Denn genau dann, wenn ich müde bin, wenig Energie habe oder der Alltag voll ist, greifen keine grossen Ziele oder Motivationssprüche. In diesen Momenten entscheidet nicht mein Wille – sondern das, was ich mir im Alltag aufgebaut habe.
Routinen geben mir dabei eine unglaubliche Sicherheit. Sie nehmen mir Entscheidungen ab, schaffen Struktur und sorgen dafür, dass sich vieles einfach selbstverständlich anfühlt.
Warum Routinen beim Abnehmen so entscheidend sind
Früher hatte ich oft das Gefühl, dass ich jeden Tag von vorne beginnen muss. Neue Entscheidungen treffen, mich neu motivieren, mich ständig hinterfragen. Genau das hat unglaublich viel Energie gekostet.
Heute ist vieles anders.
Ich habe Abläufe, die sich wiederholen. Dinge, über die ich nicht mehr lange nachdenken muss. Und genau das ist für mich der Schlüssel geworden.
Routinen reduzieren die mentale Belastung. Ich stehe nicht mehr jeden Abend vor der Frage, was ich essen soll oder ob ich noch Sport mache. Es ist bereits ein Teil meines Alltags.
Das nimmt Druck raus und gibt mir gleichzeitig das Gefühl, dass ich meinem Ziel näher komme – ohne ständig kämpfen zu müssen.
Meal Prep: Meine wichtigste Routine für Struktur und Entlastung
Meal Prep hat meinen Alltag wahrscheinlich am meisten verändert.
Es sind oft genau diese Momente nach einem langen Tag, die entscheidend sind. Ich komme nach Hause, bin müde, habe vielleicht noch Termine im Kopf – und früher hätte ich genau dann einfach irgendetwas gegessen. Schnell, unkompliziert, aber selten das, was mir wirklich gut tut.
Heute ist das anders.
Ich weiss, dass im Kühlschrank bereits eine vorbereitete Mahlzeit auf mich wartet. Ich muss nichts mehr überlegen, nichts mehr vorbereiten – ich kann mein Essen einfach aufwärmen. Diese kleine Veränderung nimmt unglaublich viel Druck aus dem Alltag.
Was für mich aber fast noch wichtiger ist: Meal Prep spart mir Zeit.
Ich stehe nicht mehr jeden Tag in der Küche, koche, räume auf und putze danach alles wieder. Stattdessen habe ich ein bis zwei feste Tage in der Woche, an denen ich bewusst koche und mehrere Portionen vorbereite. An diesen Tagen investiere ich Zeit – aber dafür habe ich den Rest der Woche Ruhe.
Ich muss die Küche nicht täglich komplett aufräumen, nicht jeden Abend neu anfangen. Die restlichen Tage wärme ich mein Essen einfach auf und kann meine Energie für andere Dinge nutzen.
Auch finanziell merke ich einen Unterschied. Ich kaufe gezielter ein, habe einen klaren Plan und nehme weniger unnötige Lebensmittel mit. Dadurch entsteht automatisch weniger Food Waste – und ich gebe insgesamt weniger Geld aus.
Supplement-Routinen: Kleine Unterstützung im Alltag
Neben der Ernährung haben sich bei mir auch kleine Supplement-Routinen entwickelt, die ich nicht mehr missen möchte.
Es geht mir dabei nicht um Perfektion oder schnelle Ergebnisse, sondern vielmehr darum, meinen Körper im Alltag zu unterstützen. Gerade in Phasen, in denen viel los ist oder ich unterwegs bin, merke ich, wie gut mir diese Routine tut.
Ich fühle mich insgesamt stabiler, habe mehr Energie und komme besser durch den Tag. Und genau das hat auch einen Einfluss auf mein Essverhalten und meine Motivation.
Wenn ich mich fit fühle, treffe ich automatisch bessere Entscheidungen.
Ausführlicher schreibe ich darüber in meinem bestehenden Blogpost zu meinen Supplement-Routinen, Supplements – sinnvoll oder überbewertet? – unterwegs-zuhause.com
Sportroutine: Planung statt Zufall
Bewegung ist für mich nichts, das einfach „passiert“. Sie ist ein bewusster Teil meiner Woche.
Ich plane meine Tage im Voraus und schaue ehrlich hin: Wann habe ich Termine, wann treffe ich Menschen – und wo passt Bewegung realistisch rein?
Früher habe ich oft gedacht, ich müsse spontan motiviert sein, um Sport zu machen. Heute weiss ich, dass genau das selten funktioniert.
Durch die Planung habe ich einen Überblick. Ich weiss, wann ich mir Zeit für mich nehme und wann Bewegung Platz hat. Das nimmt mir den Druck, alles irgendwie dazwischen quetschen zu müssen.
Und es schafft etwas ganz anderes: Verlässlichkeit.
Manchmal ist es ein Workout, manchmal ein Spaziergang mit Nuo, manchmal einfach nur Bewegung an der frischen Luft. Es muss nicht perfekt sein – aber es findet statt.
Früher bin ich an meinem zweiten Bürotag immer vor der Arbeit ins Fitness gegangen. Da ich an diesem Tag mehr Zeit hatte, weil ich Nuo nicht zum Hüeti bringen musste, war das für mich eine richtig gute Routine.
Leider haben sich meine Büro- und Homeoffice-Tage inzwischen verändert, sodass ich diese Routine nicht mehr so einfach umsetzen kann. Das ist für mich nach wie vor ein Punkt, der mir manchmal Mühe macht.
Ich habe aber einen neuen Weg für mich gefunden. Aktuell gehe ich abwechselnd ins Fitness und trainiere zuhause. Es ist nicht ganz so ideal wie früher, und dieses ständige Anpassen braucht auch mehr Energie. Trotzdem versuche ich, das Beste aus der Situation zu machen.
Im Moment mache ich etwa einmal pro Woche Krafttraining im Fitness und zwei weitere Einheiten zuhause.
Weitere Routinen, die meinen Alltag leichter machen
Neben den grossen Routinen sind es oft die kleinen Dinge, die langfristig den Unterschied machen.
Ich habe für mich gemerkt, dass mir regelmässige Essenszeiten helfen, meinen Körper besser zu verstehen und Heisshunger zu reduzieren. Es gibt mir eine gewisse Ruhe im Alltag, weil ich weiss, wann ich esse und nicht ständig nebenbei snacke.
Auch mein Einkauf hat sich verändert. Ich gehe selten ohne Plan los. Eine einfache Liste sorgt dafür, dass ich gezielt einkaufe und mich nicht von spontanen Gelüsten leiten lasse.
Das Tracking hat mir vor allem am Anfang geholfen, ein Gefühl für Mengen und Kalorien zu entwickeln. Heute ist es für mich weniger Kontrolle und mehr eine Orientierung. Und ganz wichtig: Ich erlaube mir bewusst Ausnahmen. Routinen bedeuten für mich nicht, dass alles perfekt sein muss – sondern dass ich eine stabile Basis habe, zu der ich immer wieder zurückkehren kann.
Ein weiterer Punkt, den ich lange unterschätzt habe, ist bewusste Entspannung. Wenn ich erschöpft bin, fällt mir vieles schwerer. Entscheidungen werden schneller impulsiv und die Motivation sinkt. Auch wenn ich für mich noch kein Wundermittel für wirklich guten Schlaf gefunden habe, merke ich, wie wichtig es ist, mir im Alltag bewusst Ruhepausen zu nehmen. Kleine Momente der Entspannung helfen mir, wieder bei mir anzukommen und geben mir die Energie, die ich für meinen Weg brauche.
Routinen bringen Leichtigkeit in den Prozess
Abnehmen fühlt sich für mich heute nicht mehr streng oder eingeschränkt an.
Es ist ruhiger geworden. Klarer. Und vor allem alltagstauglich.
Routinen nehmen mir nicht die Freiheit – sie geben mir genau die Struktur, die ich brauche, um langfristig dranzubleiben, ohne ständig darüber nachdenken zu müssen.
Und vielleicht ist genau das der grösste Unterschied zu früher:
Ich muss nicht mehr jeden Tag kämpfen.
Ich darf einfach meinem Alltag folgen – und weiss, dass er mich in die richtige Richtung trägt

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