Vergleich verschiedener Abschminkpads aus Stoff und Baumwolle in unterschiedlichen Formen und Materialien

Im nachhaltigen Alltag sind es oft die kleinen Gewohnheiten, die überraschend viel bewirken. Ein gutes Beispiel: Wattepads. Sie sind schnell benutzt, landen nach ein paar Sekunden im Abfall – und genau deshalb habe ich mich gefragt: Muss das wirklich sein?

Ich habe in den letzten Monaten 6 verschiedene nachhaltige Wattepads getestet, davon 4 gekauft und 2 selbst gemacht. In diesem Beitrag teile ich meine ehrlichen Erfahrungen (inkl. „was nervt wirklich?“), gebe dir praktische Tipps fürs Waschen – und rechne vor, warum sich der Wechsel im Alltag lohnt.

Wie viele Wattepads verbrauchen wir eigentlich?

Einweg-Wattepads wirken harmlos, weil sie so klein sind. Aber die Menge macht’s:
Viele Hersteller und Nachhaltigkeitsbeiträge rechnen mit 1–2 Wattepads pro Tag – je nach Routine (Make-up entfernen, Toner, Nagellack entfernen etc.). Das ergibt 365 bis 730 Wattepads pro Jahr pro Person. Und das sind nur die Pads selbst – Verpackung kommt noch dazu (meist Kunststofffolie).

Warum Einweg-Wattepads ökologisch nicht „nur ein kleines Problem“ sind

Wattepads bestehen zwar aus Baumwolle, aber Baumwolle ist eine sehr ressourcenintensive Faser. Für die Baumwollproduktion wird je nach Anbauregion und Bewässerung extrem viel Wasser benötigt – teils wird von 10’000–20’000 Litern Wasser pro Kilogramm Baumwolle gesprochen.

Heisst: Selbst wenn ein einzelnes Pad winzig ist, steckt dahinter ein Anbau- und Produktionssystem, das im grossen Stil Ressourcen verbraucht. Mir geht es aber hier nicht um Perfektion, sondern um realistische Alternativen im Alltag, denn perfekt bin ich beim Thema Nachhaltigkeit selber nicht.

Mein Test: 6 nachhaltige Wattepads im Alltag

Ich wollte nicht nur „irgendwelche“ wiederverwendbaren Pads, sondern herausfinden:

  • Welche fühlen sich wirklich ähnlich an wie Wegwerfpads?
  • Welche sind praktisch beim Abschminken?
  • Was taugt im Alltag – auch, wenn man nicht ständig Zeit und Lust hat?
1 Selbst gemacht: gehäkelte Wattepads

Ich habe ein Paar gehäkelte Pads ausprobiert – und sie sind auch hübsch und langlebig.
Aber ehrlich: Für mich sind sie zu fest. Gerade im Gesicht (und besonders rund ums Auge) mag ich es weicher. Als „Bad-Accessoire“ top, für meine Routine eher nicht.

2 Selbst gemacht: Frottee-Pads von meiner Mama genäht

Diese Variante liebe ich vom Gedanken her besonders: Upcycling statt neu kaufen.
Meine Mama hat mir Wattepads aus Frotteewäsche genäht – weich, waschbar, robust. Für den nachhaltigen Alltag ist das für mich die schönste Lösung, weil sie zeigt: Man muss nicht immer konsumieren, um nachhaltiger zu werden.

Alltagstauglichkeit: sehr gut – vor allem für Reinigung, Toner oder „grobe“ Aufgaben.

3 Gekauft: die schwarzen Wattepads (unpraktisch im Alltag)

Die schwarzen Wattepads auf dem Bild (3) waren für mich die grösste Enttäuschung.
Sie sind mir zu fest – ähnlich wie bei den gehäkelten. Für sensible Haut oder Augen-Make-up finde ich sie unpraktisch, weil man mehr reiben muss, als ich möchte.

4 Gekauft: Wattepads in der grünen Halterung (mein Favorit)

Die Wattepads in der grünen Halterung kommen den klassischen Wegwerfpads am nächsten – sowohl vom Gefühl als auch von der Handhabung. Genau das macht sie so alltagstauglich: Man greift automatisch dazu, ohne dass es sich „nach Umstellung“ anfühlt.

Und das ist im nachhaltigen Alltag für mich ein riesiger Punkt: Es muss einfach funktionieren, sonst bleibt es eine gute Idee, die nach zwei Wochen wieder verschwindet.

5 Fast perfekt & ein weiterer Favorit

Diese Pads kommen meinen Lieblingspads schon sehr nahe. Sie sind nicht zu flauschig, dabei aber angenehm weich auf der Haut.
Gerade fürs Gesicht und die Augen empfinde ich sie als sehr angenehm, weil sie genug Produkt aufnehmen, ohne es gleich „wegzusaugen“. Für mich definitiv eine der besseren gekauften Varianten.

6 Bewährt, aber sehr saugstark

Diese Wattepads besitze ich schon am längsten. Sie sind sehr flauschig und extrem weich, was sie auf den ersten Blick besonders angenehm macht.
Genau diese Flauschigkeit führt jedoch dazu, dass sie relativ viel vom Produkt aufsaugen, wodurch man am Ende mehr benötigt als eigentlich nötig.

Waschen & Pflege: So klappt’s wirklich

Ich wasche meine wiederverwendbaren Wattepads ganz unkompliziert:

  • bei 30 Grad
  • im Wäschesack (damit sie nicht in der Maschine verschwinden)
  • zusammen mit normaler Wäsche

Genau diese „niedrige Hürde“ macht es alltagstauglich: kein Extra-Programm, kein Stress.

Mein Tipp: Wenn du Make-up trägst, hilft es, die Pads kurz auszuspülen, bevor sie in den Wäschesack wandern. Dann werden sie sauberer – ohne Spezialmittel.

Lohnt sich der Umstieg?

Für mich: Ja. Nicht, weil ich jetzt „perfekt nachhaltig“ bin, sondern weil es eine dieser Gewohnheiten ist, die:

  • kaum Aufwand macht,
  • im Alltag realistisch bleibt,
  • und Einwegmüll reduziert.

Wenn man nur schon von „täglich“ auf „waschbar“ wechselt, ersetzt man je nach Routine hunderte Einwegpads pro Jahr.

Nachhaltiger Alltag kann einfach sein

Nachhaltigkeit muss nicht kompliziert sein. Für mich sind wiederverwendbare Wattepads ein typisches „kleines Ding“, das im Alltag viel verändert – nicht dramatisch, aber konstant.

Wenn du eine Empfehlung möchtest:
Die Pads in der grünen Halterung sind für mich die beste Einsteiger-Variante, weil sie sich am ähnlichsten zu Wegwerfpads anfühlen. Und wenn du eine noch schönere Lösung willst: Frottee-Pads aus alten Textilien (wie die von meiner Mama) sind nachhaltig, persönlich und mega praktisch.

Hinweis: Ich habe mich bewusst dafür entschieden, die Marken und Firmen der getesteten Wattepads nicht zu nennen. Mir geht es in diesem Beitrag um alltagstaugliche Erfahrungen und nicht um Produktempfehlungen. Wenn dich dennoch interessiert, welche Varianten ich genau getestet habe, darfst du mir jederzeit gerne schreiben.

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