Wenn die Kälte wach macht und die Ruhe einkehrt
Am Winterwandern liebe ich besonders diesen einen Moment:
Ich bin warm eingepackt, der Körper fühlt sich geschützt an – und trotzdem spürt mein Gesicht die kalte, klare Luft. Die Atmung wird bewusster, die Gedanken langsamer. Die Luft fühlt sich frischer an als sonst, fast leichter, und oft sind deutlich weniger Menschen unterwegs als in den wärmeren Jahreszeiten.
Im Winter wirkt die Umgebung ruhiger, friedlicher. Geräusche scheinen gedämpft, die Natur zieht sich zurück. Ich mag es, wenn alles weiss eingepackt ist oder wenn Seen, Bäche und Böden eingefroren sind. Winterwandern fühlt sich für mich immer entschleunigt an – es hilft mir, innerlich zur Ruhe zu kommen und Abstand vom Alltag zu gewinnen.
Ganz besonders liebe ich Wanderungen in verschneiten Landschaften, wenn frischer Schnee bei jedem Schritt unter den Füssen knirscht und mich dazu ein strahlend blauer Himmel begleitet. Diese Kombination aus Kälte, Licht und Stille hat für mich etwas fast Meditatives.
Was Winterwandern ist – und was nicht
Winterwandern unterscheidet sich klar von Schneeschuhtouren. Beim Winterwandern bewegt man sich meist auf präparierten Winterwanderwegen, die in der Schweiz rosa markiert sind. Diese Wege sind speziell für das Gehen im Winter angelegt und werden regelmässig präpariert.
Gerade im Winter empfehle ich grundsätzlich, sich an markierte Wege zu halten. Ausser du kennst dich sehr gut aus und kannst mögliche Gefahren realistisch einschätzen. Auf signalisierten Winterwanderwegen ist man deutlich sicherer unterwegs.
Alle Winterwanderwege, die ich bisher gemacht habe, waren zudem hundetauglich. Für mich persönlich sind viele präparierte Winterwanderwege etwas zu kurz – oft lassen sie sich aber gut mit einer zusätzlichen Route kombinieren oder verlängern. So entsteht aus einer kurzen Winterwanderung schnell eine ausgedehntere Tour.
Warum die Natur im Winter so besonders ist
Die Natur wirkt im Winter auf mich weiter, stiller und friedlicher. Genau diese Ruhe überträgt sich auf mein Inneres. Winterwandern hilft mir, abzuschalten, langsamer zu werden und bewusster unterwegs zu sein.
Auch das Licht ist in dieser Jahreszeit etwas ganz Besonderes. Wenn die Welt in ein weisses Glitzerkleid gehüllt ist und der Schnee im Sonnenlicht funkelt, sieht es oft aus, als würden tausende kleine Diamanten am Boden liegen. Diese klaren Kontraste und die reduzierte Farbpalette machen Winterlandschaften für mich besonders magisch.
Ausrüstung fürs Winterwandern
Wie auch im Sommer gilt: Die Ausrüstung sollte zur Tour passen. Im Winter bekommt sie jedoch noch mehr Bedeutung.
Bewährt hat sich für mich:
- gutes, wasserfestes Schuhwerk mit griffigem Profil
- optional Spikes für vereiste Passagen
- warme, atmungsaktive Kleidung
- ich bevorzuge im Winter Merinowolle
- das Zwiebelprinzip, um flexibel auf Temperaturwechsel reagieren zu können
- Wanderstöcke für mehr Stabilität
Zusätzlich gehören immer genügend Verpflegung und ein warmes Getränk in den Rucksack – Pausen fühlen sich im Winter anders an als im Sommer.
Sicherheit & Planung im Winter
Im Winter ist eine gute Planung besonders wichtig. Die Tage sind kürzer, die Temperaturen tiefer und das Gehtempo oft langsamer als gewohnt.
Plane genügend Zeit ein, damit du vor Einbruch der Dunkelheit wieder zurück bist. Berücksichtige dabei, dass Schnee und Kälte die Geschwindigkeit reduzieren können. Informiere dich vorab über Dauer, Höhenunterschiede, Schwierigkeit und Wegverlauf der Tour. Gerade zu Beginn des Winters lohnt es sich zudem zu prüfen, ob tatsächlich schon Schnee liegt.
Wenn du Bergbahnen nutzt, solltest du unbedingt auch die Winterfahrpläne beachten – nichts ist unangenehmer, als die letzte Talfahrt zu verpassen.
Vor Ort gilt: Hinweisschilder aufmerksam lesen, die Signalisation beachten und auf den markierten Wegen bleiben. Informiere dich über den aktuellen Pistenbericht und die Lawinensituation der Region. Auch Wege ohne sichtbaren Schnee können aus Sicherheitsgründen gesperrt sein, da Lawinen oft weiter oben ausgelöst werden und bis in schneefreie Bereiche reichen können.
Winterwandern mit Hund
Viele Winterwanderwege eignen sich gut für Hunde. Trotzdem gibt es ein paar Punkte, die im Winter besonders wichtig sind.
Kälte wirkt sich je nach Hund sehr unterschiedlich aus. Gerade kleinere Hunde oder Hunde mit wenig Unterwolle sind schneller betroffen. Ein gut sitzender Hundemantel kann sinnvoll sein – nicht nur gegen Kälte, sondern auch als Schutz vor Nässe und Schnee im Fell.
Achte darauf, dass dein Hund genügend trinken kann, auch wenn überall Schnee liegt. Prüfe regelmässig die Pfoten und plane genügend Pausen ein. Je nach Region gilt im Winter zudem Leinenpflicht, besonders zum Schutz der Wildtiere.
Meine Winterwanderungen in der Schweiz
In den letzten Jahren habe ich verschiedene Winterwanderwege in der Schweiz erkundet. Unter diesem Beitrag findest du alle meine Winterwanderungen gesammelt – jede einzeln beschrieben, mit Fakten zur Tour und einer Einschätzung zur Hundetauglichkeit.
Diese Übersicht wird laufend ergänzt und dient als Inspiration für ruhige Wintertage draussen.
Rücksichtsvoll unterwegs sein
Gerade im Winter ist Rücksicht besonders wichtig. Wildtiere verfügen in dieser Jahreszeit nur über begrenzte Energiereserven. Werden sie gestört oder aufgescheucht, verbrauchen sie unnötig Kraft.
Bleibe deshalb vor allem im Wald konsequent auf den signalisierten Routen und respektiere Sperrungen und Hinweise. So trägst du dazu bei, dass Mensch, Tier und Natur den Winter gut überstehen.
Winterwandern als Einladung zur Ruhe
Für mich ist Winterwandern viel mehr als eine Alternative zum Sommer. Es ist eine Einladung, langsamer zu werden, bewusster unterwegs zu sein und die Stille zuzulassen. Kein höher, schneller, weiter – sondern einfach draussen sein, Schritt für Schritt, im eigenen Tempo.
Kennst du einen Winterwanderweg, den ich mir unbedingt anschauen sollte?
Dann schreib mir gern – ich freue mich über Tipps und neue Inspirationen.
















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