Hund steht angeleint in karger Berglandschaft – Wandern mit Hund im Hochgebirge

Gemeinsam unterwegs: Wenn das Reisen zu zweit einfach mehr bedeutet

Reisen mit Hund klingt für viele nach purem Glück – und das ist es auch oft. Morgens gemeinsam aufwachen, durch Wälder streifen, am Seeufer entspannen. Seit ich mit meinem Hund Nuo im Minicamper unterwegs bin, weiss ich: Es gibt kaum etwas Schöneres, als die Welt gemeinsam zu entdecken.

Doch wer mit Hund reist, merkt schnell – es ist nicht immer einfach. Denn während Freiheit und Spontaneität oft der Reiz am Vanlife sind, bringt ein vierbeiniger Begleiter auch Verantwortung, Planung und Kompromisse mit sich.

Die Herausforderungen beim Reisen mit Hund

So sehr ich das Unterwegssein liebe, gibt es Momente, die herausfordernd sind. Besonders im hohen Norden wird das Einkaufen zur echten Aufgabe:
Hunde sind in den meisten Supermärkten nicht erlaubt, und im Sommer kann das Auto schnell zu warm werden. Tiefgaragen mit Schatten gibt es kaum, und selbst kurze Stopps müssen gut überlegt sein.

Ein weiterer Punkt, den ich so aus der Schweiz kaum kenne, betrifft das Essen gehen. In vielen nordischen Ländern sind Hunde in Restaurants nicht erlaubt – selbst draussen auf Terrassen oft nicht. Für mich bedeutete das, dass auswärts essen unterwegs kaum infrage kam.

Auch kleine Alltagsdinge können plötzlich einschränkend sein. So durfte Nuo in vielen Souvenirshops im Norden nicht mit hinein. Ein Beispiel ist mir besonders geblieben: In Stavanger habe ich einen kleinen, hübschen Laden entdeckt, in dem ich gerne ein bisschen herumgestöbert hätte. Der Parkplatz lag jedoch ziemlich weit entfernt, und ich wollte Nuo nicht allein im Auto zurücklassen. Also bin ich weitergezogen.
Der positive Nebeneffekt: Ich habe kein Geld für Souvenirs ausgegeben – nachhaltig war das also irgendwie auch, wenn auch eher unfreiwillig.

Statt Restaurantbesuchen habe ich meist auf Take Away zurückgegriffen oder selbst gekocht. Einerseits ist das eine Einschränkung, andererseits hat es mein Reisen auch entschleunigt. Ich habe bewusster gegessen, Pausen anders genutzt und gelernt, dass ein einfaches Essen im Camper manchmal mehr wert ist als jedes Restaurant.

Ich habe für mich eine Lösung gefunden

🌧️ Einkäufe plane ich an Regentagen, wenn die Temperaturen angenehm sind.
🌳 Wenn möglich, parke ich im Schatten und gehe strukturiert mit Zettel einkaufen, um schnell wieder zurück beim Auto zu sein.
🥫 Ich habe immer einen Vorrat an haltbaren Lebensmitteln im Minicamper – falls es einmal mehrere Tage keinen passenden Laden gibt.

Solche kleinen Strategien machen das Reisen mit Hund deutlich entspannter – auch in abgelegenen Regionen.

Einschränkungen, die dazugehören

Wer mit Hund reist, muss manchmal auf Erlebnisse verzichten. Einige Nationalparks erlauben aus Naturschutzgründen keine Hunde – und dann heisst es: Prioritäten setzen.

So hätte ich den Muddus Nationalpark unglaublich gerne besucht. Zum Glück hat mich Katrin von Nordlandverliebt noch rechtzeitig darauf aufmerksam gemacht, dass Hunde in diesem Nationalpark leider nicht erlaubt sind. So konnte ich mir die Anfahrt sparen und meine Route anpassen – auch wenn es natürlich schade war, diesen Ort auslassen zu müssen.

Solche Situationen gehören dazu. Ich plane meine Routen deshalb flexibel, suche nach Alternativen oder kleineren Schutzgebieten, in denen Hunde erlaubt sind. Natürlich gibt es auch Orte, an denen Spaziergänge nur an der Leine möglich sind. Doch selbst mit diesen Einschränkungen lohnt es sich. Denn das Gefühl, gemeinsam unterwegs zu sein, überwiegt alles.

Warum es sich trotzdem lohnt

So sehr man planen muss – Reisen mit Hund schenkt einem unglaublich viel. Ich bin nie wirklich allein, lerne ständig neue Menschen kennen, und Nuo sorgt dafür, dass ich öfter anhalte, durchatme und einfach den Moment geniesse.

Er erinnert mich daran, worum es beim Reisen eigentlich geht: nicht darum, alles zu sehen, sondern das, was man erlebt, bewusst zu spüren.

Reisen mit Hund ist anders – aber auf die schönste Weise

Ja, Reisen mit Hund kann kompliziert sein. Aber es ist auch ehrlicher, intensiver und oft einfach herzerwärmend. Wer bereit ist, sich auf die kleinen Hürden einzulassen, wird mit unvergesslichen Momenten belohnt.

Denn es gibt kaum etwas Schöneres, als im Minicamper aufzuwachen, den Hund neben sich zu haben – und zu wissen: Wir sind unterwegs. Zusammen.

Meine Tipps für entspannteres Reisen mit Hund

🐾 Informiere dich vorab über Leinenpflicht, Hundeverbote und Nationalpark-Regeln.
💧 Plane Pausen mit Schatten und Wasserzugang – besonders im Sommer.
🥫 Lege Vorräte an – Konserven, Trockenfutter, Snacks – für Tage ohne Einkaufsmöglichkeit.
🗒️ Einkäufe an Regentagen oder kühlen Stunden erledigen, Liste mitnehmen und strukturiert einkaufen. Bekanntschaften unterwegs nutzen um gemeinsam und abwechselnd einkaufen zu gehen.
🐶 Flexibel bleiben: Wenn ein Ziel nicht möglich ist, entsteht oft etwas Neues – und genau das macht das Vanlife mit Hund so besonders.

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