Cinque Terre, das erste Wort was mir nach meinem Urlaub in Ligurien dazu einfällt ist; bunt, dicht gefolgt von Treppen.

Mit dem Zug von Bern nach La Spezia

Ich starte am Sonntag in meinen Urlaub. Nach 7h Zugfahrt komme ich in Usurana an. Hier werde ich die nächsten Tage bleiben und von hier aus die Umgebung rund um Cinque Terre erkunden. Ich hatte nicht gross Zeit meinen Urlaub zu planen. Dies kann einerseits ein Vorteil sein aber sicher auch Nachteile mit sich bringen. Dazu und auch zu meiner Unterkunft dann später mehr.

Am Sonntag erkunde ich die Gegend um die Farm und komme in alle Ruhe an. Schliesslich habe ich Urlaub und obwohl ich geplant habe viel zu wandern, will ich auch, dass ich einen erholsamen Urlaub habe. Nach den anstrengenden Wochen habe ich mir dies auch verdient. Keinen negativen Stress in den nächsten Tagen. Auch die Farm bietet viel und hier einfach die Seele baumeln zu lassen lohnt sich. Der Agritourismus hat mich so überzeugt das ich darüber einen eigenen Blogpost erfassen werde.

Cinque Terre

Am Montag geht es dann zum ersten Touri Hotspot. Ich erkunde heute Cinque Terre. Übersetzt bedeutet Cinque Terre „die Fünf Länder“ oder „die Fünf Ortschaften“. Für 16 Euro bekommt man die Cinque Terre Karte. Mit dieser Karte kann ich den ganzen Tag mit den Zügen zwischen den 5 Dörfer hin und her tuckern so oft wie ich will. Auf die Zeiten muss man nicht achten, der Zug verkehrt im 5 Minuten Takt (ganz italienisch, zumindest meistens)

Auch die kostenpflichtigen Wanderwege, sind in dieser Karte inbegriffen. Leider ist aber heute nur der Wanderweg von Vernazza bis Monterosso al Mare geöffnet. Die anderen Wege sind aus Sicherheitsgründen noch gesperrt. Von Monterosso bis nach Riomaggiore sind es ca. 12 Kilometer welche man eigentlich auch zu Fuss erkunden kann. Entlang der steilen Küste reihen sich die Dörfer Monterosso al Mare, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore. Die Region zählt ca. 7000 Einwohner und ist als Nationalpark geschützt. In de Region darf nichts mehr gebaut oder verändert werden. Im 1997 wurde Cinque Terre zusammen mit Porto Venere und den Inseln Palmaria und Tino sowie Tinetto zum UNESCO- Weltkulturerbe erklärt. Seit diesem Zeitpunkt hat der Tourismus in der Gegend stark zugenommen.

Ich mache mich früh morgens mit dem Zug auf Richtung Riomaggiore. Die Zugfahrt ist schon vielversprechend. Nur ist mein Blick aufs Meer immer nur von kurzer Dauer. Kaum erhascht man einen Blick auf das tiefblaue Meer, fährt man wieder in den Tunnel.

Erster Stopp : Riomaggiore

In Riomaggiore bin ich nicht alleine unterwegs, ich habe jedoch damit gerechnet und von daher bin ich auf den Touristenstrom auch eingestellt. Riomaggiore ist ein wunderschönes Dorf und nach wenigen Meter spazieren hat man das typische Bild von Cinque Terre vor Augen. Wie alle Touristen nehme ich auch mein Handy hervor um schon von hier aus einige Fotos zu machen. Gut 2h spaziere ich durch die Stadt oder besser gesagt durch das Küstendorf und mache weitere unzählige Fotos. Treppe rauf und Treppe runter geht es durch kleine, enge Gassen. Teilweise wirklich fast menschenleer. Auch in Cinque Terre findet man Orte wo es ruhiger ist. Allerdings ist im April auch noch Nebensaison. In der Bucht bietet sich mir das schönste Bild. Von hier aus hat man einen unfasslichen Blick auf die farbigen Häuser. Hier ist es dann auch vorbei mit der Menschenleere. Es ist aber auch sehr spannend den Touristen zuzusehen bei den Fotosaisons. Das wichtigste scheint zu sein das die Handtasche gut platziert ist.

Wunderschönes Manarola

Nachdem ich gut zwei Stunden kreuz und quer durch Riomaggiore gegangen bin, ist es Zeit um mit dem Zug eine Station weiter zu fahren. Das nächste Dorf ist Manarola. Hier gehe ich zuerst in die falsche Richtung und ende in einer Sackgasse da der Wanderweg gesperrt ist. Die Strasse ohne Menschen zu nehmen war nicht die richtige Idee. Als ich in die andere Richtung gehe, komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wieder sehe ich genau ein Bild vor mir wie ich es von Bildern kenne. Das typische Cinque Terre Bild liegt vor mir.

Ich habe bereits gelesen, dass jedes der Dörfer seinen ganz eigenen Charme hat und bereits im zweiten Dorf merke ich wie wahr das ist. Ich könnte bist jetzt nicht sagen welches Dorf mir am besten gefallen hat. Auch in Manarola laufe ich zuerst durch das Dorf hindurch, bevor ich den schönsten Blick auf die farbenfrohe Stadt erhaschen kann. In Reih und Glied stehen die Häuser dicht nebeneinander. Der Kontrast mit dem tiefblauen Meer macht dieses Bild perfekt. Von der Bucht aus, lohnt es sich noch etwas dem Wanderweg zu folgen. So hat man immer wieder einen Blick auf die ganze Bucht mit den Häusern und dem Meer. Auch in Manarola bleibe ich fast 2h.

Die meisten Touristen sind inzwischen in den Restaurants am Essen, ich beschliesse aber noch weiter zu gehen nach Corniglia. Das einzige Dorf welches nicht direkt am Meer liegt, sondern 100 Meter über Meer. Was mir aber erst im Nachhinein bewusst wird.

In Corniglia sind etwas weniger Touristen unterwegs. Ich nehme zuerst den Weg zum Meer, werde aber schnell von einem Einheimischen vertrieben. Ich verstehe seine Reaktion sogar, ich selber möchte nicht in Cinque Terre wohnen. Eine kurze Zeit wäre dies sicher interessant. Aber irgendwann wäre mir der Rummel zu viel. Auch der Abfall der hier herumliegt ist unglaublich, selten habe ich so viel Abfall entlang der Strasse, oder in der Natur gesehen wie in dieser Woche.

Also geht es die Treppe wieder hoch und die nächste gleich weiter. Diese scheint aber kaum enden zu wollen. Am Bahnhof gab es einen Shuttel Bus und ich verstehe nun weshalb. Aber ich bin ja hier zum Wandern und zu Fuss unterwegs, so gibt es mir mein Kopf nicht zu, den Bus zu nehmen.

Corniglia; das perfekte Po – Workout

Es ist ziemlich warm und die Sonne brennt erbarmungslos auf mich herab. Ein Po Training gibt es in Corniglia also gratis dazu. Schliesslich erreiche ich das Dorf und schlendere auch hier in und um das Dorf herum. Aus dem Dorf hat man eine tolle Aussicht auf das Meer und sieht von hier aus auch Manarola. Wiederrum ein anders Bild als in den 2 Dörfer vorher aber auch absolut einen Besuch wert. Leider habe ich hier den Platz verpasst für das „typische“ Cinque Terre Bild. Hierfür hätte ich etwas ausserhalb des Dorfs gehen sollen, leider ist mir dies nicht bewusst.

Damit ich auch noch die Wanderung von Vernazza nach Monterosso heute machen kann verbringe ich in Cornigila etwas weniger Zeit.

Mit dem Zug geht es nun weiter und das erste Mal muss ich doch einige Minuten warten. Eigentlich bin ich schon ziemlich müde aber in meinem Kopf ist der Plan da heute noch den Wanderweg zu machen. In Corniglia haben die Treppen zumindest eine angenehme Höhe. In den anderen Dörfern ist dies nicht unbedingt der Fall und gerade mit meinen kurzen Beinen so manchmal recht eine anstrengende Sache. Ich nehme mir noch die Zeit um auch Vernazza kurz anzusehen. Wer etwas aufmerksam ist, findet auch hier ein hübsches Fotomotiv. Im Berg befindet sich ein Loch mit dem Blick aufs Meer. Mit dem Handy bekomme ich aber leider kein anständiges Bild hin.

Ich gönne mir noch einen Mittagssnack bevor es auf die Wanderung los geht. Ohne Plan wandere ich los und finde tatsächlich auf Anhieb den richtigen Weg. Am Anfang wird dann auch die Cinque Terre Karte kontrolliert. Ca. 2h soll die Wanderung dauern. Auch hier starte ich mit Treppen. Es geht ziemlich steil den Berg hoch. Immer wieder ist der Blick aber einfach umwerfend so dass ich unglaublich motiviert bin. 40 Minuten, welche sich deutlich länger anfühlen, geht es ohne Unterbrechung in die Höhe. Vernazza von oben zu sehen ist aber Lohn genug für die Anstrengung.

Wanderung von Vernazza nach Monterosso

Keine einzige Wolke am Himmel und ich werde mit einem schönen Frühlingstag belohnt. Es geht weiter durch den Wald, immer mit Aussicht auf das Meer. Alleine bin ich auch auf dem Wanderweg nicht, jedoch ist es hier absolut nicht überlaufen und erträglich. Immer wieder mache ich kurze Fotostopps oder geniesse einfach die Aussicht. Als ich einen Aussichtspunkt erreicht habe, freue ich mich aber auch, dass es nun etwas flacher wird. Kurz vor Monterosso beginnt dann der Abstieg. Hier begegne ich einem älteren Pärchen und wir kommen etwas ins Gespräch. Sie kommen aus Kanada und die Dame ist 71 (!!!) ich bin sprachlos, wenn ich mit 71 noch so unterwegs bin, werde ich definitiv mit mir zufrieden sein. Langsam bemerke ich das ich wacklige Beine habe. Mir wird bewusst, dass ich Zuhause definitiv ein Zacken zulegen darf was die Themen Sport und Abnehmen betreffen.

Nach 1h und 40 Minuten erreiche ich Monterosso. Kurz schaue ich hier auch durch das Dorf aber nehme mir definitiv weniger oder Zuwenig Zeit dafür. Ich bin aber inzwischen ziemlich müde. Mit dem Zug geht es wieder Richtung la Spezia. Ich erreiche pünktlich meinen letzten Bus. Müde aber glücklich komme ich auf der Farm an.

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