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Göteborg – Varberg

Die Zugfahrt war einerseits interessant und ich habe so noch etwas vom Osten von Schweden mitgenommen; anderseits war sie aber auch sehr anstrengend. Wahrscheinlich auch weil mein Kopf sich viele Gedanken macht.

Eine unruhige Nacht

Die Nacht ist erwartungsgemäss unruhig, aber damit habe ich gerechnet. Ich nutze die Zeit um nachzudenken, zu lesen, aus dem Fenster zu starren und zu essen. Ich hole beim Essen noch nach was ich in den letzten Tagen versäumt habe, auch wenn das nicht notwendig wäre.
Ich merke langsam, dass ich noch nicht so in meiner Auszeit angekommen bin, wie ich mir das eigentlich vorgestellt habe. Ich möchte in den nächsten Tage meine Reise anders angehen. Ich rede seit Tagen davon, dass ich loslassen will. Loslassen von Zielen und von Plänen. Davon reden ist aber eines, das Ganze aber wirklich zu verinnerlichen das Andere.

Uppsala und eine Schulerinnerung

Ich freue mich bei der Zugreise besonders über den Zwischenstopp in Uppsala, was man ja schon auf der Facebook Seite mitbekommen hat. Ich hoffe mein ehemaliger Lehrer hat meine Karte erhalten und kann sich an diese Story erinnern.

In Stockholm heisst es zuerst mal umsteigen. Jedes Gleis ist gut angeschrieben. Jedes bis auf das Gleis 10 und genau da muss ich natürlich hin. Gerade als ich am verzweifeln bin, gucke ich in die Höhe. Ich stehe bereits direkt vor dem Gleis 10.
Ich erwische also den richtigen Zug und bin schon etwas stolz auf mich. Vor zwei Jahren konnte ich mir nicht vorstellen alleine zu Reisen. Nun bin ich alleine unterwegs und obwohl ich ein Chaot bin, sitze ich im richtigen Zug.

Der Schellzug nach Göteborg nutze ich um einiges im Netz zu erledigen. Auch um meine neue Route etwas zu planen. Den diese hätte ich geplant, wenn meine Eltern zu Besuch kommen.
Um 14 Uhr, nach über 24h Zugfahrt, erreiche ich Göteborg. Bevor es nach Varberg geht, kann ich noch kurz die Stadt besichtigen. Ich schlendern durch einen Park, setze mich hin und beobachte einfach ein bisschen die Leute um mich herum. Erstaunlich, dass ich noch kein grosses Heimweh habe und mir auch die Einsamkeit wenig ausmacht. Dies wären eher Probleme gewesen, die ich erwartet hätte. Ich nehme mir auch nochmals Zeit die vielen Nachrichten zu lesen welche mich in den letzten Tagen erreicht habe. Mit solch einer Reaktion hätte ich niemals gerechnet.

Die letzte Zugfahrt dauert nur noch 40 Minuten und endlich erreiche ich Varberg und mein Airbnb.
Ich bin über dieses Airbnb mehr als Happy. Ich habe selten in so einem bequemen Bett geschlafen. Nach einer Dusche und waschen der kompletten Kleidung fühle ich mich wie neugeboren.
Der nächste Tag in Varberg nutze ich um mich etwas umzusehen, meine Route zu planen und einzukaufen; was in Schweden am Sonntag kein Problem darstellt.
Morgen geht es also weiter, ehrlich gesagt bin ich etwas nervös. Was wenn es mir hier im Süden auch nicht gut geht? Ich versuche aber diese Gedanken beiseiten zu schieben. Falls dies der Fall sein sollte würde ich wohl zumindest bis September ein gemisch aus Wandern und Roadtrip ins Auge fassen. Für mich steht aber ziemlich sicher fest(wieder sage niemals nie), dass ich bis zum Besuch meinen Eltern in Skandinavien bleiben will. Denn hier fühle ich mich doch sehr wohl und auch etwas Zuhause.

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