Am nächsten Tag steht ein weiteres Highlight auf unserer Reise Öland. Wenn auch wahrscheinlich das letzte. Unsere Reise nähert sich dem Ende zu und mir fällt der Gedanke noch etwas schwer. Ich konnte die letzten Wochen so richtig geniessen und bin völlig entspannt und habe alles Zuhause losgelassen. Wir schwer das wieder eingewöhnen im Alltag tatsächlich wird, weiss ich aber hier zum Glück noch nicht.  

Wir fahren heute auf die zweitgrösste Insel von Schweden. So oft wird von dieser Insel geschwärmt und ich bin schon sehr gespannt was mich erwartet. Mit einer Länge von 137 km und einer maximalen Breite von 16 km ist Öland nach Gotland die zweitgrösste Insel in Schweden und zugleich die kleinste Provinz des Landes.  

Da wir von Västervik her nicht lange benötigen um unser Ziel zu erreichen, reicht die Zeit heute um den Norden der Insel zu erkunden. Wir blieben 2 Nächte hier und so wird morgen dann der Süden ausgekundschaftet.  

Trollskogen – Zauberwald

Heute führt der Weg ganz in den Norden Richtung Trollskogen. Das Naturreservat liegt ganz im Norden und ich bin dank Instagram auf diesen Ort gekommen. Es gibt mehrere kurze Wanderwege im Park einige davon sind sogar Rollstuhlgerecht. Mama ist sofort damit einverstanden den längsten mit mir zu machen. Papa geniesst in dieser Zeit den Strand. 

Der längste Weg ist jedoch mit 4.8 Km auch nicht wirklich eine Wanderung, sondern ein Spaziergang. Da es aber einige Sehenswürdigkeiten entlang des Wanderwegs gibt, lohnt es sich hier genügend Zeit ein zu planen.Der Weg führt entlang der beiden Küsten der Halbinsel.  

Der Name hat das Naturreservat seinen alten krumm gewachsenen Bäumen zu verdanken. Der ungewöhnliche Wuchs der Bäume wird vom starken Wind verursacht. 

Das Naturreservat hat an der Ostküste aber auch einen sehr hübschen Strand zu bieten. Hier könnte man sicher lange verweilen. Etwas weiter oben am Strand liegt das Wrack des Schoners Swiks das während eines Sturms 1926 hier strandete. Ein beliebtes Fotomotiv bei den Touristen.  

Wir spazieren kurz am Strand entlang bevor es wieder in den Wald geht. Hier ist auch der richtige Zauberwald und man wartet hier nahezu darauf das einem die Elfen und Trolle über den Weg laufen. Die Bäume wachsen nah dem Boden entlang und ich bin extrem beeindruckt davon, was der Wind hier tatsächlich für eine Kraft hat. In der Nähe vom Wrack steht auch die älteste Eiche von Öland die Trolleken (Deutsch Zaubereiche) Die Eiche ist zum Schutz etwas abgesperrt worden, wie üblich gibt es aber wiedermal Touristen, welche die Absperrung übersehen. Die Eiche ist riesig und wirklich ein Besuch wert. Die älteste Eiche in der Nähe von Ydrefors habe ich ja leider verpasst. 

Wir wandern weiter und umrunden dabei die Halbinsel. Die Westküste ist hier deutlich weniger hübsch. Das Wasser und die Strände sind ziemlich dreckig. 

Attacke der Kühe

Kurz vor dem Eingang stehen im Wald dann die Kühe. Die meisten Kühe reagieren ziemlich stark auf Shila und auch Mama hat ziemlich Respekt vor den Kühen. Es sind hier aber auch wirklich riesige Tiere, die auch mir ziemlich Eindruck machen. Da die Kühe direkt auf dem Weg stehen dürfen wir einen riesigen Umweg durch den Wald machen. Mama rennt fast bis zum Eingang und ich kriege mich vor Lachen fast nicht mehr ein. Die Kühe glotzen uns währenddessen nur ungläubig an. Die sind sich wohl nicht gewohnt das Sie solchen Respekt verbreiten. 

Wir fahren wieder zurück in die Nähe der Ölandsbron (Brücke, die auf Öland führt) wo sich unser Ferienhaus befindet. Das Haus ist sehr neu, uns fällt einfach schnell auf das die meisten Schweden oder schwedischen Airbnb Besitzer ein etwas anderes Verständnis von Sauberkeit haben als wir. Nicht dass unsere Unterkünfte extrem dreckig gewesen sind, es sind Kleinigkeiten die übersehen werden. Bei einem solch neuen Haus ist es aber schon schade, wenn dazu nicht Sorge getragen wird.  

Zeit für einen Sonnenaufgang

Ich habe hier in Schweden bereits unzählige Sonnenuntergänge sowie auch die Mitternachtssonne gesehen, jedoch tatsächlich noch nie einen Sonnenaufgang. Mama und ich beschliessen also denn Wecker für den nächsten Tag früh zu stellen und an die Ostküste zu fahren um den Sonnenaufgang zu erleben. Als bekannter Morgenmuffel für mich doch kein so einfaches Unterfangen. 

Wie man einen Morgenmuffel schnell aus dem Bett kriegt…

Mama steht etwas vor mir auf. Ich höre nur das Sie mehrmals Shila anspricht. Langsam mit einer leichten Panik in der Stimme. Doch Shila scheint nicht zu reagieren. So schnell aus meinem Bett bin ich selten gewesen.  Zum Glück war Shila aber anscheinend einfach in einer tiefen Schlafphase. Es sind aber genau diese Momente, die mir auch vor Augen führen das ich ohne Shila nicht mehr lange unterwegs sein möchte. Es sind diese Momente, die mir vor Augen führen, dass Shila nicht ewig hier sein wird und mir so richtig unter die Haut gehen.  

So bekommt man mich am Morgen also schnell aus dem Bett, zum Glück weiss ich das Mama damit keinen Spass machen würde. Sie wird diese Weck-Methode also nicht einfach so anwenden. Mama nimmt einen Kaffee und schon geht es in den wärmsten Kleidern los Richtung Ostküste. Wir finden relativ schnell einen hübschen Strand und ich kann die GoPor für einen Zeitraffer installieren. Zudem mache ich unzählige Foto und geniesse aber auch das Schauspiel, das uns die Natur hier zeigt. 

Nach 40 Minuten geht es dann wieder zurück in unser Haus wo wir zuerst Frühstücken.  

Schreibe einen Kommentar