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Die letzten Tagen in Abisko

Gemütlicher Ruhetag

Der nächste Tag ist dann passend zu meiner Stimmung; der Himmel ist wolkenverhangen und es regnet den ganzen Tag. Da es für Freitag besser gemeldet ist, beschliesse ich heute nicht auf dem E1 weiter zu laufen, sondern dies am Freitag zu machen. Ich laufe kurz in die Stadt, welche aber nicht wirklich etwas zu bieten hat. Ansonsten verbringe ich den Tag noch mit etwas lesen. Zudem habe ich beschlossen die zwei letzten Nächte im Massenlager zu verbringen. Ich breche also mein Zelt ab und ziehe ins warme Massenlager um.

Am Abend treffe ich dann im Trekkers-In noch ein bekanntes Gesicht aus der Schweiz. Auch ein weiterer Teilnehmer aus der Facebook Gruppe treffe ich an diesem Abend noch. Es wird wiederum ein lustiger und schöner Abend mit guten Gesprächen.

Ich freue mich dann doch auch auf mein Bett mit einer Matratze. Dank den Ohropax bekomme ich auch fast nichts von den anderen Gästen mit.

Eine weitere Etappe auf dem E1

Am Freitag geht es dann am Morgen für mich weiter auf dem E1. Der Weg führt entlang des Sees Richtung Norwegen. Diese Etappe würde bis zur Hütte Palnostugan führen. Da ich aufgrund der fehlenden ÖV Verbindungen aber wieder zurücklaufen darf, komme ich nicht ganz bis zur Hütte. Am See gibt es einige einsame Plätzchen, die sich gut als Zeltplatz eignen würden. Der Weg ist recht einfach zu gehen. Nur habe ich den Mückenspray heute vergessen und werde prompt von den Blutsaugern attackiert. Das ganze auf so eine penetrante Art und Weise, dass ich doch leicht genervt bin. Immerhin weiss ich nun, dass in jedem Versorgungspacket für den E1 sicher Mückenspray sein wird.

 
Ich geniesse es und weiss, dass meine Reise nun ein Ende hat. Es waren unglaubliche Tage die ich erleben durfte. Es war eines der besten Erlebnisse meines Lebens. Ganz ehrlich hatte ich ein bisschen bedenken, dass ich nach dem Fjällräven Classic vielleicht keine Lust mehr auf den E1 haben werde. Aber genau das Gegenteil ist der Fall.

Ich weiss aber auch, dass der E1 nochmal eine andere Nummer wird. Ich werde nicht jeden 2. Tag die Möglichkeit haben meine Essensvorräte aufzufüllen. Es werden keine Anderen Teilnehmer auf der Strecke unterwegs sein, die man an einem orangen Wimpel erkennen kann. Es wird alles ein bisschen anders sein. Ich versuche in meiner Planung zu berücksichtigen, dass ich während des Classics 2018 in Abisko bin. Mal schauen ob ich dann einige bekannte Gesichter wieder treffe.

 

Der letzte Abend in Abisko ist dann für mich schon etwas traurig. Das Trekkers-Inn ist abgebaut. Alle Stände sind weg und es erinnert innerhalb von wenigen Stunden nichts mehr an den Classic. Auch in meinem Massenzimmer bin ich nun alleine. Komisches Gefühl nach Tagen in so guter Gesellschaft nun allein zu sein. Ich versuche aber den Fjällräven-Classic-Blues nicht zu sehr an mich ranzulassen, sondern einfach all die positiven Gefühle mitzunehmen.

Am Samstag trete ich dann, als eine der letzten Teilnehmer, die Rückreise an. Eine Herde von Rentiere versucht zwar noch den Bus aufzuhalten, leider schaffen wir es aber doch rechtzeitig an den Flughafen.

 

Nach einer 10h Reise habe ich dann wieder Schweizerboden unter den Füssen. Keine Hej Hej’s mehr. Ich habe recht lange Mühe wieder in den Alltag zu finden. Dies werte ich aber nicht negativ.  Ich bleibe noch lange in meiner «Fjällräven-Classic-Luftblase». So kann ich Ruhe und Gelassenheit mitnehmen.

Die Blogposts zum Classic zu schreiben, war für mich etwas ganz Besonderes. Es ist nicht einfach zu beschreiben, was diesen Event ausmachte: der Zusammenhalt, der unter den Teilnehmern herrschte, die wilde und endlose Natur, der Frieden, die Zufriedenheit oder die Gelassenheit?  Viele andere Teilnehmer haben mir in den letzten Tagen geschrieben, dass es ihnen ähnlich erging wie mir. Es ist für mich schön zu hören, dass es nicht nur mir so geht. Was sicher auch ein Teil ausgemacht hat, ist die Handyfreie Zone. Niemand hatte Empfang und so kam es nie zur Situation, dass man mit jemandem gesprochen hat, während diese Person aufs Handy guckt. Es wurde von Angesicht zu Angesicht kommuniziert. Ich habe 5 Tage nicht mitbekommen was auf der Welt passiert ist. Einmal keine negativen Schlagzeilen lesen zu müssen.
 

So viele Kleinigkeiten, die diese Zeit einfach ganz besonders gemacht haben. Ich bin unglaublich dankbar, dass ich mich entschieden habe an diesem Event teilzunehmen. Ein grosses Dankeschön an Fjällräven, dass ihr so einen Event ins Leben gerufen habt. Auch wenn ich voraussichtlich im 2018 und 2019 nicht dabei bin, hoffe ich, dass ich spätestens im 2020 dann wieder mitmachen kann.

 

 

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1 Kommentar

  1. Anonym 28. September 2017

    Es war schön zu sehen wie gut Dir den Aufenthalt in Schweden getan hat. Du hast nach deinem Abenteuer so innerlich gestrahlt.

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