Winterlandschaft am Betelberg bei der Lenk mit verschneiten Hügeln und Tannen im Berner Oberland.

Ein sonniger Samstag, strahlend blauer Himmel und dieses Kribbeln, wenn man weiss: Heute geht es in die Berge. Für unsere nächste Winterwanderung an der Lenk fahren wir ins Berner Oberland. Ziel: der Betelberg.

Von Lenk im Simmental bringt uns die Gondelbahn hinauf aufs Leiterli – auf rund 1’900 Meter über Meer. Schon hier oben wird klar: Das wird eine dieser Touren, die man nicht so schnell vergisst.

Panorama am Leiterli

Bevor wir überhaupt loslaufen, bleibe ich stehen. Der Blick ist gewaltig. Gegenüber erheben sich das Wildstrubelmassiv und das Plaine-Morte-Gletscher, die verschneiten Gipfel leuchten in der Wintersonne. Ebenso beeindruckend sind die zerklüfteten Hänge der Stübleni, die sich markant vom Schnee abzeichnen.

Ich mache Fotos, drehe Videos – und versuche gleichzeitig, diesen Moment einfach aufzusaugen.

Rundweg Leiterli – Tschätte – Leiterli

Ich entscheide mich für den längsten ausgeschilderten Winterwanderweg: den Rundweg vom Leiterli nach Tschätte und zurück. Mit rund 5 Kilometern und etwa 200 Höhenmetern scheint er gut machbar.

Wir starten die Tour allerdings andersherum als er auf der Homepage angegeben wird.

Gleich zu Beginn führt der Weg in einen kurzen, aber spürbaren Abstieg. Hier sind Wanderstöcke definitiv hilfreich – besonders bei festgetretenem Schnee. Danach verläuft der Weg angenehm durch die weite, offene Winterlandschaft.

Am Rand des Skigebiets unterwegs, aber dennoch ruhig, erleben wir das Winterwandern an der Lenk von seiner schönsten Seite. Die Langlaufloipe verläuft in der Nähe, ist jedoch klar vom Winterwanderweg getrennt – gerade mit Hund ist das sehr angenehm.

Winterlandschaft der Gryden

Die Region rund um die Gryden wirkt selbst unter einer dicken Schneedecke eindrücklich. Auch im Winter zeichnen sich die charakteristischen Furchen und Geländeformen deutlich ab – eine Landschaft, die zu jeder Jahreszeit fasziniert. Ich kenne sie bereits vom Herbst (meine Gryden-Wanderung habe ich damals ebenfalls hier gemacht), doch auch im Winter verliert sie nichts von ihrer Wirkung.

Talwärts schweift der Blick über das ruhige, winterliche Pöschenried. Auf der gegenüberliegenden Seite des Simmentals erhebt sich das Albristhorn über der weiten Hochebene. Ein friedliches Panorama, das fast unwirklich wirkt

Der knackige Anstieg

Nach einem weiteren Abstieg wird klar: Da kommt noch etwas. Ein steilerer Anstieg bringt uns alle ins Schwitzen. Höhenmeter im Schnee fühlen sich einfach intensiver an – jeder Schritt braucht etwas mehr Energie.

Wir nehmen uns Zeit, gehen in unserem Tempo und geniessen die Umgebung. Am Steinstoss legen wir eine kurze Pause ein, bevor es nochmals moderat ansteigt. Anschliessend geht es relativ steil zurück Richtung Leiterli.

Die Runde hat es für mich durchaus in sich – aber genau diese Mischung aus Anstrengung und Weite macht für mich eine gute Winterwanderung im Berner Oberland aus.

Verlängerung bis Mittelstation Stoss

Da wir schneller zurück sind als erwartet und noch genügend Zeit haben, hängen wir spontan den Winterwanderweg bis zur Mittelstation Stoss an.

Dieser Abschnitt führt grösstenteils bergab. Besonders positiv: Der Weg ist klar von Skipiste und Schlittelweg getrennt. So kann man entspannt laufen, ohne ständig auf Schlittelfahrer achten zu müssen.

Unten angekommen gönnen wir uns einen wohlverdienten Nussgipfel, bevor es mit der Gondel wieder zurück ins Tal geht.

Es war eine Winterwanderung, die mich gefordert hat – und gleichzeitig meine Batterie wieder aufgeladen hat.

Winterwandern an der Lenk

Die Winterwanderung auf dem Betelberg ist aussichtsreich, abwechslungsreich und landschaftlich beeindruckend. Zwischen Wildstrubel, Gryden und Albristhorn zeigt sich der Winter von seiner schönsten Seite.

Für mich war es eine fordernde, aber unglaublich wohltuende Tour. Und vielleicht war genau das der perfekte – zumindest vorläufige – Abschluss dieser Wintersaison.

📊 Fakten zur Winterwanderung Betelberg

📏 Rundweg Leiterli – Tschätte – Leiterli: 5 km
📏 Mit Verlängerung bis Mittelstation Stoss: 7.53 km
⬆️ Aufstieg: ca. 240 Hm
⬇️ Abstieg: ca. 540 Hm
🥾 Schwierigkeit: mittel (einige steilere Abschnitte)
❄️ Startpunkt: Leiterli (Betelberg)
🍽 Einkehrmöglichkeiten: Bergrestaurant Leiterli oder Mittelstation Stoss

🐾 Hundetauglichkeit

Wegbeschaffenheit: Gut präparierter Winterwanderweg. Teilweise steilere Passagen, insbesondere bei unserer gewählten Laufrichtung. Trittsicherheit von Vorteil
Wasserzugang: Im Winter keine natürliche Wasserquelle. Wasser für den Hund mitnehmen.
Schatten: Offene, sonnige Abschnitte mit einzelnen exponierten Bereichen. Sonnenschutz nicht vergessen.
Gefahren / Sicherheit: Wintertypische Rutschgefahr bei steileren Abstiegen. Wanderstöcke empfehlenswert. Gute Abgrenzung zu Skipiste und Schlittelweg.
Leinenpflicht / Freilauf: Je nach Situation möglich. In Pistennähe Vorsicht.
Anstrengung für Hunde: Moderate Kondition erforderlich, besonders bei längerer Variante.
Gesamtbewertung: 🐾🐾🐾🐾🐾 von 5 Pfoten
Sehr gut geeignet für aktive Hunde.

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