Die Bewerbungszeit des Fjällräven Polars ist vorbei. Eigentlich sollte dieser Blogpost in der Hälfte der Bewerbungsphase erscheinen. Aber wie immer gab es da ein Zeit Problem, dazu aber später mehr.

Irgendwann habe ich mal gehört, dass ein Abenteuer erst ein Abenteuer ist, wenn man dabei sein Leben riskiert. Ich selber definiere es für mich etwas anders.

Gibt es Online Abenteuer?

Gemäss Google ist ein Abenteuer etwas was aufregend und oft auch gefährlich ist. Ich habe vor längerem einmal auf meinem Instagram Account gefragt was für euch ein Abenteuer ist. Viele von euch verstehen darunter etwas Ähnliches wie ich. Bei einem Abenteuer wage ich mich etwas (neues). Ich verlasse meine Komfortzone und unternehme etwas was mich Mut kostet, ich unternehme etwas wo ich mich überwinden muss und einen Schritt weiter gehe als im Alltag.

Nun wie komme ich jetzt von der Bewerbungsphase für den Fjällräven Polar auf Abenteuer? Klar der Fjällräven Polar selber wird ein Abenteuer. Aber schon die letzten Wochen waren für mich auch etwas abenteuerlich. Sozusagen ein Online Abenteuer. Obwohl ich bewusst meine Aktionen nicht nur Online gemacht habe.

Es war zuerst tatsächlich für mich eine Überwindung hinzustehen und nun allen mitzuteilen das ich mich für den Fjällräven Polar bewerbe. Ich habe dieses Jahr einiges an negativen Reaktionen auf meiner Reise einstecken können. Aus welchen Gründen auch immer, war ich überzeugt meine Bewerbung für den Fjällräven Polar werde negativ ankommen.

Seit meiner Rückkehr war der Polar schon fast täglich Thema. Den für die meisten Bewerber, vor allem für die welche es wirklich mit Herzen wollen, beginnt die Bewerbung nämlich um einiges früher.

Das Video wird gedreht und geschnitten. Hier hatte ich riesiges Glück und Unterstützung von Carola Kessler von earnyourbacon.com bekommen, welche letztes Jahr glückliche Gewinnerin des Fjällräven Polars war. Es werden Ideen gesammelt, vote Helfer gesucht und bereits hier beginnt man auch die Konkurrenz zu beobachten. Ganz wichtig war für mich immer, dass es ein fairer Wettbewerb ist und bleiben wird. Ich wollte keine Ideen kopieren. Aber natürlich schaut jeder ein bisschen was der andere so tut. Leider wurden einige meiner Ideen kopiert. Ich habe die aber eigentlich stillschweigend zur Kenntnis genommen.

Training mit Hounds

Ich durfte bei einem Schlittenhundetraining zu sehen, darüber werde ich noch einen eigenen Blogpost schreiben. Ich durfte eine Kältekammer testen und bin bei -110 Grad für 3 Minuten im Tankini im Kreis gelaufen. Die Vorbereitung bevor die offizielle Bewerbungsphase anfing hatte es also schon in sich. Eigentlich war es super das ich im Oktober noch nicht gearbeitet habe. Aber auch hier war ich natürlich viel beschäftigt mit Stellen suchen, irgendwann muss ja auch wieder Geld aufs Konto kommen. Im Nachhinein wäre es sicher besser gewesen noch einen Monat weiter nicht zu arbeiten. Im Nachhinein ist man bekanntlich aber immer schlauer.

Es geht los….

15. November 2018, der grosse Tag war schneller da als erwartet. Glücklicherweise hatte ich frei und so konnte ich mich in aller Ruhe darauf vorbereiten meine Bewerbung hochzuladen. Ich wusste das es nicht auf Anhieb klappen würde, genau das habe ich so auch angezogen.

Während die ersten Videos Online kamen, die ersten Teilenehmer bereits fleissig am Votes sammeln waren, sass ich verzweifelt hinter meinem PC. Jede meiner E-Mail Adresse war bereits vergeben. Unmöglich den zumindest eine ist keinem bekannt. Ich war am Verzweifeln. Ich habe zum Glück angekündigt das man mich am besten in Ruhen lassen soll. So konnte ich in Ruhe zuhause rumfluchen und für mich alleine rumwettern. Mein Laptop ist dabei fast aus dem Fenster geflogen.

Bevor ich kurz davor war an eine Verschwörung zu glauben, klappt es dann tatsächlich doch noch und meine Bewerbung war Online. Ich war schon ziemlich nervös und völlig aufgedreht. Aber ich musste nun ziemlich schnell in einigen Gruppen meinen Link posten. Zudem wartete auch der Yonc.ch Newsletter extra auf mich. Vorbereitet war alles aber der Link musste noch eingebaut werden. Bevor ich also zum Durchatmen kam, musste ich noch schnell allen den Link fürs Voting senden.

Raus in den Wald.

Irgendwann spürte ich aber, dass ich nun einfach raus an die Luft musste. Es wäre noch viel zu tun gewesen aber ich musste mich mal zuerst sammeln und runterkommen. Also habe ich Shila geschnappt und es ging ab in den Wald. Immerhin waren nun ja 4 Wochen Zeit um auf Stimmenjagd zu gehen. Auf diese eine Stunde kam es nicht drauf an.

Schon Die Reaktionen am ersten Tag haben mich überwältigt. Alle haben sehr positiv auf meinen Polar Traum reagiert. Ich bekam einen Haufen Nachrichten und habe mir Mühe gegeben auf alle einzugehen. Falls es irgendwo nicht geklappt hat dann möchte ich mich hier dafür entschuldigen.

Der erste Tag war besonders emotional und ich stand ziemlich schnell auf dem 3. Platz. Dieser war mir dann auch mehr oder weniger treu. Einige Tage war ich abgerutscht auf den 4. Platz. Aber ich kämpfte für meinen Traum und konnte so immer etwas im ersten Drittel mitmischen.

Meine Aktionen während des Polars

Ich habe von Anfang an einige Aktionen geplant. Einige Ideen kamen auch während der Bewerbungszeit neu auf. So Endstand die Idee von «Eisi dem Polarbär» während meiner ersten Aktion. Die erste Aktion war, dass ich in Köniz Kuchen für Votes verschenkte. Bereits vor dieser Aktion hat sich abgezeichnet was meine grösste Hürde werden würde. Ganz viele Menschen haben kein Facebook mehr, auch auf die Hürden gehe ich aber später noch mehr ein. Bei meiner ersten Aktion wurde ich Tatkräftig von Pädu unterstützt. Zusammen gaben wir unser bestes und konnten zumindest einige Stimmen ergattern. Es hat mir jedoch nicht so viele Votes eingebracht wie erhofft. Trotzdem war es ein schöner Tag. Ganz spontan und unkompliziert wurde ich so auch noch kurzfristig als Brotverkäuferin eingespannt. Als Lohn gab es einen sehr leckeren Holzofenbrotzopf.

Die Geburt von Eisi dem Polarbär

An diesem Tag entstand die Idee mit den «Hugs for Votes» ich fand es aber zu langweilig das man einfach mich umarmte. Also ging die Suche nach einem Kostüm los. Gar nicht so einfach den CHF 1000.- für ein Kostüm auszugeben lagen gerade auch nicht im Bereich meiner Möglichkeiten. Ich fand schliesslich etwas Passendes und so machte ich zusammen mit meiner Mama die Stadt Bern unsicher. Eisi und meine Aktion kamen zu 98% gut an. Die 2% habe ich sowieso erwartet und die positiven Reaktionen haben definitiv überwogen. Eisi hat einige Umarmungen verteilt und viele Menschen zum Lachen gebracht. Votes hat es auch nicht extrem viel gebracht. Aber die Aktion war so witzig und es war schön zu sehen wie die Menschen reagieren. Wir hatten alle dabei Spass und manchmal überwiegt dies einfach.

Eisi kannten inzwischen meine Freunde uns so kam es schliesslich auch dazu, dass er auf dem Weihnachtsmarkt Flyer und Güetzli verteilte. Auch bei meinem 2. Tag in Köniz war dann Eisi beim Kuchen und Güetzli verteilen dabei. Ich habe schnell gemerkt, dass ich natürlich besonders bei Kindern gut ankam.

Schnell merkte ich aber auch dass diese Aktionen viel Zeit beanspruchen und mir einfach zu wenig Likes einbrachten. Dennoch würde ich es genauso wieder machen. Ich versuchte auch mein Fokus auf Facebook zu legen. Denn hier erübrigte sich ja auch die Frage ob man Voten kann.

Emotionale Tage.

Mein Beitrag wurde so oft geteilt das ich selber immer wieder ins staunen kam und mir so einige Male auch einige Tränchen über die Backen liefen. Jeder kennt es, es gibt einige die teilen sehr viel. Ich würde behaupten, dass die meisten meiner Freunde auf Facebook eher zurückhaltend sind damit. Umso mehr hat es mich gefreut und gerührt zu sehen wie viel Unterstützung ich bekommen habe. Es wurde fleissig mitgeholfen und einige sehr berührende Texte dazu geschrieben. Sogar von Bergzeit wurde mein Beitrag geteilt. Nie hätte ich von euch diesen Support erwartet. Etwas was einfach unglaublich schön ist. Es zeigt mir einfach, dass Ihr mir mein Traum gönnen würdet. Einige fiebern richtig mit und als letzte Woche über einige Stunden die Fjällräven Polar Seite nicht mehr funktionierte dauert es nur wenige Stunden bis ich einige Anfrage diesbezüglich bekam. Es musste also auch ein Dankeschön für euch her und ich freue mich sehr, dass auch hier ein super Feedback war von einigen Firmen und ich so einige tolle Preise für euch raushauen konnte.

Besonders gefreut hat mich hier auch die Unterstützung von einer Bloggerin aus Deutschland. Ihre Texte haben mich wahnsinnig berührt. Obwohl ich Sie noch nie live getroffen habe, gab Sie riesigen Einsatz für mich.

Hürden

Seit ich blogge ist mein Fokus auf Instagram und natürlich mein Blog. Schnell habe ich gemerkt für den Fjällräven Polar ist das keine grosse Hilfe. Über 70 % meiner Followers auf Instagram haben kein Facebook, oder haben zu grossen Respekt von den Daten die man freigibt. Die grösste Hürde für das Voting war und ist also ganz klar das man zum Abstimmen einen Facebook Account benötigt. Dazu darf man noch den Newsletter von Fjällräven abonnieren. Die Meisten geben ungern Ihre Daten heraus und meinen Nachforschungen entsprechend war dies der Grund weshalb viele meiner Follower nicht für mich voten konnten.

Eine weitere Hürde war die Zeit. Oder auch das der Mensch eine Gegenleistung erwartet. Sehr oft wurde ich gefragt «Was habe ich davon, wenn ich dir meine Stimme gebe»?

Meinen Freunden kann ich hier ja noch Antworten «du hast eine glückliche Sabrina» bei fremden wird das schon schwieriger. Obwohl ich selber der Typ Mensch bin der gerne gibt ohne das es Erwartet wurde, weiss ich das ich nicht erwarten darf das andere genau so handeln.

Ich gebe zu das ich es mir einfacher vorgestellt habe, ich wusste es wird schwer, aber das ich um jede Stimme so hart kämpfe, habe ich nicht erwartet. In den letzten Wochen habe ich immer wieder versucht zu analysieren und darauf zu agieren. Teilweise ist mir dies sehr gut gelungen. Ich habe viel gelernt. Ich kann viel aus den Letzten 4 Wochen mitnehmen.

Auch die Zeit war immer ein Thema, denn davon hat nun mal jeder Mensch einfach zu wenig. Was mich immer öfters doch nachdenklich und auch traurig stimmt. Als bei einer Vorstellungsgrunde letzthin so oft die Aussage kam «für Hobbys habe ich keine Zeit» hat mich das extrem nachdenklich gemacht.

Auf die Schweizer Medien ist kein Verlass.

Während in anderen Ländern die Hilfe von Medien kein Problem darstellt ist auch das in der Schweiz ein Ding der Unmöglichkeit. Bereits im Oktober habe ich jeden mir bekannten, und auch viele bisher unbekannte Radiosender angefragt. Jede Zeitung und noch die kleinsten Käseblätter die es in meiner Gegend gibt. Niemand war bereit mich zu unterstützen. Etwas was mich doch ein bisschen enttäuscht hat.

Den Fjällräven Polar mit den meisten Votes zu gewinnen hat leider nicht geklappt. Aber ich habe bis heute noch alles geben. Danach ist es noch nicht vorbei. Denn dann heisst es auf die 2. Chance zu hoffen. Die Entscheidung der Jury wird bereits heute Nachmittag bekannt gegeben.

Ich weiss das ich mein bestes gegeben habe, ich lief gerade in den ersten Wochen doch am Limit aber habe nie aufgegeben. Neben meinem Job in der Pflege war es anstrengend mich noch auf die Polar Geschichte zu konzentrieren. Aber ich habe meine ganze Energie in den Polar gesteckt und hoffe, dass ich damit zeigen konnte das ich mit vollem Herz dabei bin. Ich hoffe das dies die Jury sehen wird. Das ich beweisen konnte, dass ich eine gute Teilnehmerin bin welche auch während dem Polar alles geben wird. Trotzdem fragt man sich natürlich immer wieder was man hätte besser machen können.

Der Urlaub vom 8. April ist auf jeden Fall schon mal eingegeben. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Noch zuletzt ich werde sehr oft gefragt ob ich mich nächstes Jahr wieder für den Polar bewerbe. Ich kann dies heute so nicht beantworten. Natürlich ist der Fjällräven Polar Traum nicht einfach vorbei. Der wird wohl solange in mir schlummern bis ich teilnehmen kann. Nur weiss ich jetzt wieviel es braucht während der Bewerbungsphase. Ich weiss nicht wo ich nächstes Jahr stehe und ob ich die Zeit habe nochmals die Bewerbung durchzuziehen. 2019 wäre auf jeden Fall ein gutes Jahr um teilnehmen zu dürfen. Wie es 2020 aussieht ist für mich noch zu weit weg.

Auch ein grosses Dankeschön geht an das Polar Team 2019. Es war eine tolle und sehr schöne Idee sich gegenseitig zu Unterstützen. Wir haben beschlossen den Gruppen Chat noch laufen zu lassen. Mir würde es auch fehlen mich mit allen austauschen zu können. Danke euch für den Einsatz. Auch wenn unsere letzte Idee etwas zu spät kam.

Hoffen wir also und drücken die Daume das die Jury meinen Einsatz sieht und zu schätzen weiss. Wie sehr ich nervös bin für den morgigen Tag muss ich hier wohl nicht erwähnen.

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