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Tiveden Teil 2

Tiveden Teil 2

Der Start meiner Rundwanderung ist beim Camping. Ein kurzes Stück geht es der Strasse entlang, aber zum Glück geht es dann schnell rein in die Natur.
Ich habe keine GPX Daten und nur eine abfotografierte Karte dabei. Bei dieser Wanderung sollte dies aber kein Problem sein. Für diese 6 Kilometer empfinde ich es als unnötig. Zudem bin ich bisher immer gut ohne ausgekommen.

Alleine unterwegs macht wieder Freude

Gemäss Marian ( die Besitzerin der Stugas) ist der Weg auch gut ausgeschildert.
Schnell finde ich den Wanderweg und geniesse es richtig wieder alleine unterwegs zu sein. Ich merke, dass ich eine gute Balance brauche zwischen alleine unterwegs zu sein und Gesellschaft zu haben. Ob ich jemals einen Reisepartner finde für eine längere Reise? Ich weiss es nicht, aber ich stelle fest, dass es nicht gerade einfach ist.
Bisher war ich aber meistens mit Menschen unterwegs, die ich kaum gekannt habe. Mit fast allen bin ich im Guten auseinander obwohl es teilweise nicht ganz einfach war. Unterschiedliche Vorstellungen vom gemeinsam Unterwegs sein ist hier wohl das Hauptproblem.
Ich mache mir unterwegs viele Gedanken und werde dazu vielleicht noch einen separaten Blogpost verfassen.
Ich wandere hauptsächlich wieder durch den Wald, worüber ich mich aber nach einigen Tagen Pause auch sehr freue.

Der Herbst ist da

Der Wald wird langsam herbstlich und ich geniesse die Farbenpracht und achte mich bewusst auf meine Atmung.
Die Rundwanderung führt zu einem kleinen See dessen Name ich nicht ausfindig machen kann.
Zu Beginn meiner Wanderung erwischt mich ein Regenschauer. Ich habe als Regenschutz immer noch den Poncho dabei. Weil ich den extrem unpraktisch finde, blieb der heute aber auch zuhause. Selber schuld also, dass ich nass werde. Durch die Bewegung bleibt mir aber immerhin schön warm. Es dauert auch nicht lange bis ich wieder trocken bin.
Nach etwas mehr als einer Stunde erreiche ich den See und mache eine Pause. Ich sitze am Ufer und denke über dieses und jenes nach. Lasse meine Gedanken einfach freien Lauf und denke über das Erlebte der letzten Tage nach.

Viele Gedanken

Ich freue mich sehr auf die Reise mit meinen Eltern und besonders mit Shila. Ich hoffe nur, dass alles gut gehen wird. Ich bin davon überzeugt, dass meine Eltern meine besten Reisepartner sind.
Nach einer längeren Pause mache ich mich auf den Rückweg. Am Himmel sammeln sich langsam dunkle Wolken und Donnergrollen ist zu hören. Ich freue mich auf mein Stuga und mache mich auf den Rückweg.
Ich gucke bei einer Abzweigung kurz auf die Karte und finde den Weg aber gut.

Gretel oder Sabrina?

Nach ca. 30 Minuten kommt mir die Umgebung sehr vertraut und bekannt vor. Der umgeknickte Baum, der grosse Felsbrocken und die Anhöhe habe ich heute doch schon gesehen. Ich gucke auf Google Maps nach meinem Standort. Tatsächlich bewege ich mich wieder auf den See zu. Ich bin die letzte halbe Stunde im Kreis gelaufen. Ich gehe den Weg wieder zurück aber finde keine andere Abzweigung. Das kann ja nicht sein. Irgendwo muss der Rückweg ja sein. Doch ich suche vergeblich.

Auf der Suche…

Kurz bin ich etwas erschrocken und mache mir Gedanken, ob mich der schwedische Wald nun wirklich nicht mehr hergeben will. Ich laufe hin und her, merke jedoch, dass ich so nicht weiter komme. Quer durch den Wald ohne Weg zu gehen, getraue ich mich jedoch nicht. Ich kenne die Gegend zu wenig und möchte nicht noch ein Abhang hinunter stürzen.

Es ist noch sehr früh und wird noch lange hell bleiben, so dass ich mich aber schnell wieder beruhigte. Einige male tief ein- und ausatmen und ruhig bleiben. Ich beschliesse den Weg wieder bis zum See weiter zu gehen. Wahrscheinlich dachte sich der Wanderweg, wenn ich mich über die Kürze beklage, dann zeigt er mir einfach, dass es auch länger geht.
Als ich auf der Forststrasse ankomme, trinke ich etwas und mache eine kurze Pause. Das letzte Stück war ich fast im Lauftempo unterwegs und ich bin nun ziemlich ausser atmen. Mit Hilfe der fotografierten Karte und Google Maps mache ich mich nochmals auf den Weg. Diese mal etwas achtsamer. Natürlich bewegt sich nun mein Handyakku auch am Limit. Früher sind wir jedoch auch ohne Handys ausgenommen. Zudem bin ich ja nicht extrem weit von der Zivilisation entfernt.

Auf den rechten Weg gekommen

Tatsächlich finde ich dann den richtigen Weg. Der erste Abschnitt war etwas überwuchert und der Wegweiser lag am Boden. Zudem bin ich beim ersten Versuch wenige Meter zuwenig weit zurück gelaufen, so dass ich die richtige Abzweigung verpasst habe. Ich merke mal wieder, dass es sich lohnen würde einfach ruhig zu bleiben und sich die Zeit nehmen sich zu orientieren, statt in Panik planlos umherzuirren.

Verdienter Kannebullar

Ich kontrolliere nun ab und zu ob ich mich in die Richtige Richtung bewege, aber tatsächlich zeigt die App mir an, dass ich mich dem Camping nähere.
Inzwischen haben sich die Wolken auch wieder etwas verzogen. Als wollte mir der Himmel zeigen, dass ich nun wieder auf dem richtigen Weg bin. Während meiner Irrwanderung bin ich unbewusst schnell gewandert und ziemlich ins Schwitzen gekommen. Daher finde ich, dass ich mir ein Zvieri verdient habe. Auf dem Camping gibt es ein kleiner Shop wo ich mir eine Zimtschnecke gönne.

Ich habe es also tatsächlich doch noch geschafft mich hier zu verlaufen. Wahrscheinlich ein Erlebnis welches mir einfach noch gefehlt hat.
Zurück in Hamgården beziehe ich mein neues Hotelzimmer, welches genau so hübsch ist wie die Ferienhäuser. Auch hier lässt es sich gut leben.

Zum Abendessen bin ich alleine im Restaurant. Etwas komisch als einziger Gast ist es ja schon. Aber Marian gibt sich Mühe damit ich mich wohl fühle. Ich esse mein erstes Stück Elch und bin erstaunt, dass es mir erstaunlich gut schmeckt.
Auch heute mache ich mich nach dem Essen auf Richtung Strand im den Sonnenuntergang zu geniessen. Etwas wovon ich nie genug bekomme. Zuhause lief bei mir am Abend meistens der TV; hier ist der Sonnenuntergang mein tägliches Unterhaltungsprogramm.
Den Montag verbringen ich sehr gemütlich und mache einen kurzen Spaziergang am See entlang. Den regnerischen Nachmittag verbringe ich dann mehr oder weniger im Bett mit einem guten Buch.

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