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Bergslagsleden Teil 7

Kråksjön – Ramundeboda Etappe 15

Der nächste Tag wird wiederum über 30 Grad warm werden. Wir nehmen die letzten Kilometer bis Ramundeboda in Angriff. Unterwegs wollen wir bei einer Süsswasserquelle unsere Vorräte auffüllen, doch die Quelle ist völlig ausgetrocknet. Wir fragen beim nächsten Haus nach Wasser und bekommen die Flaschen aufgefüllt. Der Besitzer erzählt uns, dass er sehr unter der Hitze leidet. Er muss extrem an Wasser sparen, denn auch seine Quelle ist trocken. Umsomehr bedanken wir uns für das Wasser.

Leckere Waffeln in Ramundeboda

Die letzten Kilometer legt Jessy an Tempo zu. Sie riecht die leckeren Waffeln in Ramundeboda. Ich teile mir meine Energie ein und lasse Jessy etwas ziehen. Bereits am frühen Nachmittag erreichen wir den hübschen Ort. Wir gönnen uns eine Cola und eine Waffel. Am Badesee macht Jessy den Vorschlag, dass sie alleine weiterzieht. Geplant wäre gewesen, dass wir den Freitag, meinen geplanten Ruhetag, noch zusammen verbringen.

Da am Freitag aber schönes Wetter vorausgesagt ist, könnte ich dies noch nutzen und das Wochenende dann in einem Hostel verbringen, während die Gewitter angesagt sind.
Für mich ist dies eigentlich ein guter Vorschlag, dennoch merke ich, dass mir die schnelle Veränderung Mühe macht. Ich war nicht darauf eingestellt, so schnell wieder alleine unterwegs zu sein. Ich merke aber auch, dass ein solcher Trip nicht ganz einfach zu zweit ist.

Camping verboten

In Ramundeboda wurde zudem das Campieren verboten, dies aufgrund des Feuerverbots. Viele Camper halten sich nicht daran und so wird halt an vielen Orten das Wildcampen nun untersagt. Die sehr freundliche Besitzerin des Cafés erklärt mir aber mit Händen und Füssen, dass es Zimmer gibt. Sie entschuldigt sich bei mir für ihr Englisch. Kurz darauf stellen wir fest, dass sie aus Deutschland kommt.

Ramundeboda – Svartå Herrgård Etappe 14

So komme ich extrem günstig an ein gemütliches Bett.
Am nächsten Tag wandere ich also wieder alleine weiter. Der erste Teil führt mich entlang der Straße, bevor ich einen ziemlichen Anstieg hinter mich bringen kann. Meine Etappe endet heute in Svartå Herrgård und mein letzter Bus fährt kurz nach 17 Uhr. Obwohl ich genügend Zeit eingeplant habe, stresst mich die Zeiteinhaltung ziemlich. Ich laufe so die ersten 10 Kilometer bis zum Shelter durch, ohne eine grosse Pause zu machen.

Produktiver Morgen

Um halb eins habe ich somit bereits etwas mehr als die Hälfte hinter mir. Ich gönne mir eine ausgiebige Pause.
Im Hüttenbuch lese ich eine Nachricht von D. und beschliesse ihr gleich zu schreiben. Zudem lese ich, dass ein Urs aus der Schweiz auf dem europäischen Fernwanderweg E1 unterwegs ist. Nur um wenige Tage habe ich ihn verpasst. Vielleicht liest Urs diesen Beitrag irgendwann. Ich würde mich freuen, wenn du dich meldest.

Ungewohnte nordische Hitze

Für den 2. Teil der Etappe merke ich, dass mir die Hitze zu schaffen macht. Heute ist es teilweise über 35 Grad und oft habe ich keinen Schatten. Normalerweise würde ich schwitzen, aber heute ist das nicht der Fall, was wohl daran liegt, dass ich zu wenig trinke. Ich nehme immer wieder ein Schluck Wasser, auch wenn ich keinen Durst verspüre. Für die letzten Kilometer höre ich zum ersten Mal auf meiner Wanderung ein Hörbuch.
Ich habe mir heute wieder viele Gedanken gemacht. Durch den frühen Abbruch von Jessy überrollt mich das Heimweh wieder mit voller Wucht. Das Hörbuch bringt mich aber tatsächlich auf andere Gedanken.
Ich erreiche natürlich um einiges früher als geplant die Bushaltestelle und kann so sogar einen Bus früher nehmen.

Als ich auf den Bus warte, fährt ein Auto vorbei welches wie wild hupt und winkt. Durch die Spiegelung sehe ich aber nicht, wer es sein könnte. Wahrscheinlich bin ich bereits so vielen begegnet, dass mich hier in Schweden einige kennen.

Nicht ärgern lassen…

Schliesslich treffen noch zwei Wanderinnen ein, welche in Ramundeboda gestartet sind, aber die Etappe in zwei Tagen gemacht haben. Wir kommen auf das Thema kochen und sie meinen nur lächelnd, dass sie gekocht haben jedoch aufgepasst haben. Ich muss meinen Ärger ziemlich runterschlucken; ich will keinen Polizisten spielen. Dennoch ärgere ich mich über dieses Verhalten. Mit «aufpassen» sind in den letzten Tagen einige Feuer ausgebrochen. Wegen den «Aufpassern» wurde in Ramundeboda das Wildcampen verboten. Ich sage kurz meine Meinung schweige dann aber.

Ruhiges Wochenende

Das Wochenende verbringen ich sehr ruhig und unternehme bewusst nicht viel.
Am Sonntag erreicht mich noch eine Nachricht von meinem Onkel. Er ist auch in Schweden unterwegs und nun scheint es tatsächlich mit einem Treffen zu klappen.

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