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Langfjordbotn- Bursfjord- Sorstraumen

Am Morgen werde ich von den Huskys geweckt. Emma hatte mich bereits gewarnt. Es ist aber bereits 8 Uhr und sowieso Zeit zum Aufstehen. Emma hat mich informiert, dass sie heute früh weg sei. Ich habe aber Glück und treffe sie nochmals kurz. Ich kann mich nochmals bei ihr bedanken. In frisch gewaschenen Kleidern verabschiede ich mich von allen und mache mich auf den Weg.

Tschüss Finnmark, Hallo Troms

Mein heutiges Ziel ist es Burfjord zu erreichen. Ich laufe an der Stelle vorbei, wo wir gestern die Sami gesucht haben, aber auch heute sind sie nicht vor Ort. Es geht einige Kilometer ausnahmsweise nicht der Küste entlang; die Landschaft entspricht aber meinem Geschmack. Strassenschildern informieren mich, dass ich nun das Gebiet Finnmark verlasse und in die Gegend Troms komme. Nach kleineren Pausen und etwas mehr als 10 Kilometer erreiche ich Alteidet. Hier wäre ein Camping, aber es wäre noch zu früh bereits ein Schlafplatz zu haben. Zudem möchte ich heute lieber wieder wildcampen.

Frühlinghaftes Wetter

Das Wetter ist herrlich, auch wenn ein leichter Wind geht. Die Sonne bringt mich aber dennoch zum schwitzen. Martin meldet sich noch bei mir, er meint, dass es um diese Zeit normalerweise ziemlich windig und stürmisch sein kann. Ich sende also schnell ein großes Dankeschön an den Wettergott.

In Alteidet mache ich eine grössere Mittagspause. An der Küste entlang geht es für die nächsten 12 Kilometer weiter bis Burfjord. Auf dieser Strecke bekomme ich noch 2x ein Mitfahrangebot. Die Norwegen können fast nicht verstehen, dass ich lieber laufen will. In Burfjord finde ich dann ein Platz direkt am Meer. Wiederum bin ich für alle gut zu sehen. Daran habe ich mich aber bereits gewöhnt. Einige Meter neben mir übernachten zudem noch ein spanisches Ehepaar. Heute bleibt mir sogar etwas Zeit zum Lesen.

Der nächste Morgen

Am nächsten Morgen geht es gemütlich weiter. Mein Weg führt mich wieder durch das Landesinnere und durch ein waldiges Gebiet. Neben der Strasse ist es ziemlich sumpfig. Ich werde des öfters von Rentieren interessiert oder misstrauisch gemustert. Ich bin erstaunt wie nahe sie mir kommen. Vielleicht rieche ich inzwischen für sie etwas normaler als andere Menschen. Ich bin vertieft in meine Gedanken, als plötzlich jemand Hello ruft. Ich habe mich riesig erschrocken, denn Autos höre ich normalerweise. Hinter mir kommt jedoch ein junger Herr auf dem Fahrrad entgegen. Auf englisch fragt er mich woher ich denn komme. Als ich antworte, dass ich aus der Schweiz bin, spricht auch er plötzlich Schweizerdeutsch. Mitten in der norwegischen Pampa trifft man also auf Bündner. Wir quatschen etwas zusammen; er ist von der Schweiz ans Nordkap geradelt und nun geht es wieder zurück. Wir machen noch Fotos bevor sich unsere Wege wieder trennen.

Heute sind es ca. 18 Grad warm und der Weg steigt stetig aber sanft an. Da die Sonne mir aber direkt auf den Kopf scheint fühlt es sich an wie über 30 Grad. Mir wird es etwas flau im Magen und im nächsten schattigen Platz muss ich mir eine Pause gönnen. Nicht der schönste Verweihlplatz, aber das ist mir im Moment ziemlich egal. Ich esse einige Nüsse und trinke fast meine komplett Wasservorräte leer. Nach einer halben Stunde fühle ich mich wieder bereit zum laufen. Etwa 100 Meter weiter habe ich die Anhöhe erreicht, hier hätte es auch ein Picknick Platz gehabt. Dort verpflegen sich gerade 2 Tandemfahrer.

Tandem for peace

Sie fragen mich ob ich die Dame sei die bis Sizilien laufen möchte. Im ersten Moment bin ich irritiert, aber sie haben natürlich auch den Schweizer Radfahrer getroffen. Wieder gibt es eine kurze Quatschpause. Die zwei sind mit ihrem Tandem bereits seit August unterwegs. Ich bekomme noch eine Karotte mit auf den Weg. Danke 🙂

Weiter unten treffe ich wieder den Bündner, welcher ein Mittagsschlaf gemacht hat. Wir laufen ein Stück zusammen und unterhalten uns über unsere Reisen. Unten am Berg angelangt fährt er dann wieder weiter.

Der erste Sturm

Es waren tolle Begegnungen heute. Ich laufe bis mich die ersten Regentropfen erreichen. In Sorstraumen kann ich gerade noch mein Zelt aufstellen bevor der Regen kommt. Es windet ziemlich. Zum Kochen finde ich zum Glück ein WC Häuschen, welches zum ausgestorbenen Campingplatz gehört.

Nach etwas lesen versuche ich dann trotz dem Sturm draussen etwas zu schlafen. Dies gelingt mir nur teilweise. Die Sturm hat sich in der Nacht jedoch schnell verzogen.

Warum ich früher als geplant einen Ruhetag mache findest Du im nächsten Blogpost

http://unterwegs-zuhause.com/2018/05/29/sorstraumen-storslett/

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1 Kommentar

  1. Sascha Krähenbühl 27. Mai 2018

    Das Häuschen auf dem letzten Bild glaubte ich wieder zu erkennen. Ich fuhr am 1. Juni 2015 Richtung Norden und dabei viel mir dieses einsamme Häuschen am Wasser ebenfalls auf und ich glaube es ist das identische Haus:

    https://imgur.com/a/BltbTcO

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