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Alta – Talvik

Nach einer erholsamen Nacht geht es für mich nun weiter Richtung Storslett. Von dort möchte ich dann versuchen auf den E1 abzubiegen. Zurzeit ist es jedoch noch unklar ob es möglich sein wird. Es muss in den nächsten Tagen sicher schön bleiben und der Schnee sollte noch etwas schmelzen. Gemäss Yr.no ( nordische Wetterapp) sind zudem aktuell Warnungen wegen dem Schmelzwasser draussen. Bis auf Storslett werde ich aber voraussichtlich auch eine Woche benötigen. Ich bin eher gemütlich unterwegs.

Frühling im Norden

Der erste Teil meiner Strecke mache ich mir viele Gedanken über die letzten Tage. Ich kann die Geschichte nicht richtig begreifen und es fällt mir schwer loszulassen. Ich konnte mich noch nicht darauf vorbereiten bereits alleine unterwegs zu sein. Ich schleppe ziemlich viel Essen mit mir rum, da wir für 2 Personen eingekauft haben. Ich werde die nächste Tage sicher nicht verhungern. Ich komme am Morgen nur langsam in die Gänge und starte auch später als erwartet. Ich habe mir für heute zuerst ein Ziel vorgenommen, ich möchte bis Melsvik kommen. Unterwegs beschliesse ich aber es heute gemütlich in Angriff zu nehmen. Ich werde soweit kommen wie meine Füsse mich tragen. Eigentlich bin ich durch das Trampen, in den letzten Tagen, ja bereits weiter gekommen als erwartet. Je weiter weg ich von Alta komme desto mehr kann ich mich entspannen. Ich geniesse es in meinem Tempo zu gehen zu können.
Bald erreiche ich den ersten Tunnel. Eine Norwegerin meint es sei zu gefährlich durch den Tunnel zu gehen. Sie nimmt mich mit lässt mich aber gleich hinter dem Tunnel wieder raus. Von Thair ( hier lohnt es sich mal vorbeizuschauen. Thair möchte tatsächlich vom Nordkap zum Cap Town wandern. Im Moment befindet er sich gute 200 Kilometer weiter als ich. Er läuft auch mehr Kilometer pro Tag. Ich stehe aber aktuell immer etwas in Kontakt mit ihm und er hilft mir immer mit guten Tipps und Tricks weiter.) weiss ich das er durch die Tunnel gelaufen ist. Nach wenigen Kilometern erreiche ich den nächsten Tunnel. Ich beschliesse diesen nun auch durchzuwandern.

Gestoppt von der Polizei

Nur wenige Meter vor dem Tunnel werde ich aber von der Polizei angehalten. Ich mache mir schon fast Sorgen. Sie fragen mich wo ich hin möchte. Sie teilen mir mit das ich nicht durch den Tunnel gehen darf aber das ich die alte Strasse gehen könne. Sie zeigen mir noch wo ich durch gehen muss und fahren dann weiter. Die alte Strasse ist nach wenigen Metern jedoch mit Steinen abgesperrt. Ich beschliesse dennoch hier durchzugehen, war ja ein Vorschlag der Polizei.

Es geht immer weiter der Küste nach. Das Wandern geht mir heute sehr gut nur meine Blasen an den Füssen spüre ich langsam. Auch mein Nacken bereitet mir Schmerzen. Ich weiss mein Rucksack ist zu schwer. Lebensmittel wegzuschmeissen wäre aber auch schade. Ich beisse meine Zähne zusammen und laufe weiter.
Nach ca. 10 Kilometer mache ich eine Pause und esse etwas kleines. Ich sehe einige Plätze die gut geeignet wären um mein Zelt aufzustellen. Es ist aber doch noch recht früh. Ich laufe inzwischen immer der alten Strasse entlang und habe so keinen Verkehr. Um 6 Uhr erreiche ich dann den kleinen Ort Melsvik.

Thair fragt mich wo ich inzwischen bin. Er gibt mir den Tipp noch bis Talvik zu laufen. Ich bin inzwischen jedoch recht müde und denke das ich mir hier ein Platz suchen für mein Zelt. Es riecht ziemlich stark nach Hafen und auch sonst finde ich keinen Platz der geeignet wäre. Also geht es doch noch weiter bis Talvik. Nach etwas mehr als einer Stunde habe ich die 6 Kilometer hinter mich gebracht. Gesamthaft bin ich heute 26 Kilometer gewandert. Ich bin selten stolz auf mich aber heute ist es der Fall. Ich finde zuerst auch hier keinen Schlafplatz, finde dann aber einen Platz in einem kleinen Wohnquartier, direkt am Strand. Dieser ist zwar ziemlich gut zu sehen was für mich ungewohnt ist. Ich erkundige mich in der Nachbarschaft und alle sagen das es kein Problem ist mein Zelt hier aufzustellen.

Schnell steht das Zelt. Zum selber kochen bin ich aber zu müde. So das es heute ein Gericht von Real Turmat gibt.
Ein älterer Herr kommt mich noch besuchen und sagt mir das ich bei der wenig weit entfernten Tankstelle auf die Toilette gehen kann.
Ich mache also noch den Spaziergang dorthin um meine Abendtoilette zu erledigen und Wasser zu holen. Zurück im Zelt schreibe ich noch etwas. Ich liebe das Blog schreiben von unterwegs. Es wird aber relativ frisch, ich schäle mich nochmals aus dem Schlafsack um einige Aufwärmübungen zu machen. Die Nachbarskinder finden dies ziemlich lustig und machen begeistert mit. Sie sprechen kein Englisch und ich kein norwegisch. Trotzdem können wir zusammen lachen. Ich bin gespannt auf morgen. Ich hoffe meine Füsse und mein Nacken können sich in der Nacht etwas erholen.

Die Begegnung mit meinem ersten Trailangel 🙂

http://unterwegs-zuhause.com/2018/05/25/talvik-storsandnes/

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